So viele Menschen bekommen in Erfurt jetzt mehr Geld

2019 ist der Mindestlohn angestiegen. Auch in Erfurt bekommen viele Menschen mehr Geld. (Symbolfoto)
2019 ist der Mindestlohn angestiegen. Auch in Erfurt bekommen viele Menschen mehr Geld. (Symbolfoto)
Foto: imago/Ralph Peters
  • Mindestlohn im Januar 2019 gestiegen
  • Laut einer Studie profitieren in Erfurt Tausende davon
  • Gewerkschaft fordert weitere steigende Gehälter

Erfurt. In Erfurt bekommen Tausende Menschen seit dem Jahreswechsel zu 2019 mehr Geld, weil der Mindestlohn steigt. Das geht aus Zahlen hervor, die die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am Mittwoch veröffentlichte.

Umfrage zum Mindestlohn:

Mindestlohn steigt – mehr Geld für Tausende in Erfurt

Im Januar wurde der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn um 35 Cent auf 9,19 Euro angehoben. Laut NGG, die sich auf eine Analyse des Pestel-Instituts aus Hannover beruft, profitieren in Erfurt derzeit 7370 Personen davon. Die Kaufkraft steige dadurch in der Landeshauptstadt um 1,8 Millionen Euro, gute Nachrichten also auch für die Wirtschaft.

Gewerkschaft: Mindestlohn zu niedrig

Auch wenn die Beschäftigten jetzt mehr Gehalt bekommen – nach Ansicht der Gewerkschaft liegt der Mindestlohn immer noch viel zu niedrig. „Selbst für eine Vollzeitkraft ist es extrem schwer, mit dem Mindestlohn klarzukommen. Gerade dann, wenn auch noch Kinder im Haushalt leben. Und bei steigenden Mieten sowieso“, sagt Jens Löbel von der NGG-Region Thüringen. Erst in einer Größenordnung von mehr als zwölf Euro pro Stunde werde die Lohnuntergrenze „langsam armutsfest“.

Neben dem Gesetzgeber seien aber auch die Unternehmen in der Pflicht. „In Branchen wie dem Gastgewerbe und dem Bäckerhandwerk gehen trotz guter Wirtschaftslage selbst Fachkräfte oft nur mit dem gesetzlichen Minimum nach Hause“, berichtet Löbel. Die Wirtschaft müsse daher Tarifverträge mit höheren Löhnen vereinbaren, lautet die Forderung.

Weitere Mindestlohn-Erhöhung brächte mehr Kaufkraft in Erfurt

Dass steigende Gehälter nicht nur Kosten verursachen, sondern den Unternehmen auch nutzen, sollen die Zahlen des Pestel-Instituts zeigen. Laut NGG zeigen die Berechnungen, dass eine weitere Erhöhung des Mindestlohns um einen Euro etwa 15 Millionen Euro zusätzliche Kaufkraft in Erfurt bringen würde. Ein Teil des Geldes würde dann wieder hier für Einkäufe ausgegeben. Ingesamt würden außerdem mehr als 19.000 Arbeitnehmer von einem Mindestlohn von 10,19 Euro profitieren, weil dann auch Menschen mehr Gehalt bekommen, die bislang nur knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen. (maf)