Erfurt holt Panzer-Blitzer: Sie können überall auftauchen!

Die Panzer-Blitzer sollen offenbar dauerhaft in Erfurt zum Einsatz kommen. (Archivfoto)
Die Panzer-Blitzer sollen offenbar dauerhaft in Erfurt zum Einsatz kommen. (Archivfoto)
Foto: Imago / Karina Heßland-Wissel
  • Erfurt will neuartige Blitzer anschaffen
  • Nach Test sollen Geräte dauerhaft gekauft werden
  • So funktionieren die Panzer-Blitzer

Erfurt. Rückkehr der Panzer-Blitzer nach Erfurt: Die Stadt steht offenbar vor der dauerhaften Anschaffung der metallenen Mess-Mobile. Raser sollten besser den Fuß vom Gas nehmen: Die Radar-Kontrolle kann überall auftauchen und blitzt ganz ohne, dass ein Mensch dabei sein müsste.

Panzer-Blitzer in Erfurt keine Unbekannten

Erfurt hatte die sogenannten Panzer-Blitzer bereits auf den Straßen der Landeshauptstadt getestet, auch in Weimar lief ein Versuch. Jetzt will das Rathaus eigene Geräte kaufen. Das geht aus einer Ausschreibung der Verwaltung hervor.

Demnach will Erfurt mindestens zwei solcher Messanhänger anschaffen, um sie ab 1. Juli 2019 einzusetzen. Optional, so heißt es in dem Dokument, könnten noch zwei weitere hinzukommen.

Erfurt testete Blitzer-Anhänger: "Keine Abzocke"

Noch bis Anfang Februar können Unternehmen, die die Anhänger zur Verfügung stellen, betreiben und instandhalten, ihre Angebote abgeben. In der Testphase hatte Erfurt den "TraffiStar S350" von Jenoptik erprobt. Schon damals hatte Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) gesagt, dass es sich nicht um „Abzocke“ handele, sondern dass es die Pflicht der Stadt sei, für Sicherheit auf den Straßen zu sorgen. Allerdings freut sich nicht jeder über die Messanhänger, wie beispielsweise dieser Angriff auf eines der Geräte zeigte.

Wie der Panzer-Blitzer funktioniert

Der Panzer-Blitzer kann einfach zum jeweiligen Einsatzort gefahren und abgestellt werden, dort kontrolliert er die Geschwindigkeit ganz ohne menschliches Zutun. Über Tage kann der Anhänger an seinem Platz verharren, bevor es zum nächsten Blitzpunkt geht. Wie lange das Wägelchen irgendwo steht, soll auch davon abhängen, ob „in dem überwachten Bereich eine deutliche Verkehrsberuhigung eingetreten“ ist, hieß es früher vonseiten der Stadtverwaltung.

Deshalb sollte das Gerät vor allem rund um Schulen, Kindertagesstätten, Altenheimen und anderen Gefahrenpunkten aufgestellt werden. Gleichzeitig erhoffte sich die Landeshauptstadt weniger Lärm und Abgase, wenn die Autos – gebremst durch die Überwachung – langsamer fahren.

Blitzer-Anhänger besonders gesichert

Zumindest der damals getestete Anhänger hatte außerdem einen besonderen Schutz: Gegen Unfälle und Angriffe war die zweiteilige Anlage – unten die Akkus, oben der Blitzer – mehrfach gesichert. So konnte die Anhängerkupplung eingeklappt werden und war mit einem Schloss versehen. Unter dem massiven Gehäuse verbargen sich außerdem eine automatische Feuerlöschanlage, Schlag- und GPS-Bewegungsmelder sowie ein Mobilfunkmodem. Sollte sich also jemand an dem Gerät zu schaffen machen, ruft der TraffiStar sofort die Ordnungsbehörden zu Hilfe.