Internationaler Drogenring aufgeflogen: Wie Erfurter Beamte alles ins Rollen brachten

Auf der A9 ist den Beamten aus Erfurt der erste Fahrer des Schmugglerrings ins Netz gegangen. (Archivbild)
Auf der A9 ist den Beamten aus Erfurt der erste Fahrer des Schmugglerrings ins Netz gegangen. (Archivbild)
Foto: Zoll
  • Mutmaßlicher Chef von Drogenbande geschnappt
  • Ermittler aus Erfurt nehmen erste Spur auf
  • 1000 Kilogramm Marihuana nach Deutschland geschmuggelt
  • Sechs Männer nach Großrazzia in Untersuchungshaft

Polizei und Zoll ist ein Riesenschlag gegen das organisierte Verbrechen gelungen. Am Freitag gaben sie bekannt, dass sie einen Schmugglerring haben auffliegen lassen, der im großen Stil die deutsche Drogenszene mit Marihuana versorgt haben soll. Das Hauptzollamt Erfurt kam den Verbrechern erstmals auf die Spur.

Der mutmaßliche Kopf der Bande ist einem Spezialeinsatzkommando (SEK) bereits am 10. Januar ins Netz gegangen. Er steht in Verdacht als Chef einer international agierenden Bande, den Transport und Verkauf von rund hunderten Kilogramm Drogen nach Deutschland organisiert zu haben.

Ermittler aus Erfurt nehmen erste Spur auf

Ausgangspunkt der Ermittlungen war, ein Vorfall, der sich Ende August letzten Jahres ereignete: Das Hauptzollamt Erfurt hatte einen mit Pfirsichen beladenen Lastwagen auf der A9 nahe der bayrisch-thüringischen Grenze aus dem Verkehr gezogen. Beim Entladen kamen schließlich 120 Kilogramm Rauschgift zum Vorschein. Es sollte wohl in Berlin verkauft werden. Den Wert schätzen die Beamten auf bis zu einer Millionen Euro.

Verdacht organisierter Drogenkriminalität

Durch akribische Ermittlungen der Fahnder der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER), bei der auch die Behörden in Rumänien und Spanien eingebunden waren, ergaben sich schließlich Hinweise auf eine international agierende Gruppierung von Drogenhändlern sowie auf weitere Schmuggelfahrten mit Marihuana. Weitere Transporte konnten gestoppt werden, die auf den inzwischen gefassten Drahtzieher zurückzuführen sein sollen.

1000 Kilogramm Marihuana nach Deutschland geschmuggelt

Der 37-jährige Kölner Geschäftsmann soll insgesamt zehn Schmuggelfahrten mit jeweils rund 100 Kilogramm Marihuana von Spanien nach Köln und Berlin zu verantworten haben. Am 10. Januar konnte er schließlich vom SEK festgernommen werden.

Drogenschmuggel im Großenstil: Bilder der Beweise aus einem Kölner Großmarkt

Drogen-Razzien in Köln, Berlin und Niederlande

Bei insgesamt sechs Durchsuchungen von Wohn- und Geschäftsräumen in Köln, Königswinter, Dormagen und Berlin stellten die Beamten bei ihm neben zahlreichen Datenträgern auch ein Auto mit eingebauten Schmuggelverstecken sowie in der Kölner Wohnung des 37-Jährigen rund 50.000 Euro Bargeld sicher. Zweitgleich wurden in den Niederlanden Objekte durchsucht. In Dormagen beschlagnahmten die Fahnder außerdem eine Marihuana-Plantage mit rund 1000 Pflanzen.

Sechs Männer in Untersuchungshaft

Einen weiteren Drahtzieher nahmen die Beamten am 17. Januar in Berlin fest. Er soll für den Weitervertrieb des Rauschgiftes zuständig gewesen sein. Gegen die 32 und 49 Jahre alten Fahrer der beiden Lastwagen sowie zwei weitere 35-jährige Beteiligte, die die Drogen auf dem Kölner Großmarkt abgeholt haben sollen, erging Haftbefehl. Alle sechs Männer befinden sich in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hof und der GER Nordbayern dauern an. (aj)