Wird die Kita jetzt ersetzt? Thüringer sollen Regierung überzeugen

Kindergarten oder Kindertagesstätte – das ist in Thüringen die Frage. (Symbolbild)
Kindergarten oder Kindertagesstätte – das ist in Thüringen die Frage. (Symbolbild)
Foto: Imago/Schöning

Weltweit heißt der Kindergarten Kindergarten, nur in seinem Ursprungsland wird der Begriff immer weiter verdrängt. Das soll sich jetzt ändern. Jetzt soll es eine öffentliche Anhörung im Thüringer Landtag geben.

Thüringen. Zu dem Ansinnen, wieder den Begriff "Kindergarten" im allgemeinen Sprachgebrauch zu verankern, wird es eine öffentliche Anhörung geben. Und das, obwohl die Petition "Die Welt spricht Kindergarten" auf der Plattform des Thüringer Landtages nicht die erforderliche Zustimmung von 1500 Zeichnern erreicht hat. Das teilte Landtagssprecher Fried Dahmen am Dienstag in Erfurt mit.

Kiga oder Kita – was sagt ihr?

Nach dem Willen der Initiatoren sollen Verwaltungsbegriffe wie Kindertagesbetreuung oder Kindertageseinrichtung beispielsweise in Gesetzestexten oder Bildungsplänen durch das Wort Kindergarten ersetzt werden.

Anerkennung für Thüringer Kindergarten-Erfinder

Die Initiatoren wollen damit dem Wort wieder zu Geltung verhelfen, das im Jahr 1840 von Friedrich Fröbel geprägt wurde, dem Gründer des ersten Kindergartens der Welt in Bad Blankenburg. "Der Begriff Kindergarten, der in mehr als 40 Sprachen der Welt unverändert übernommen wurde, wird ausgerechnet in seinem Ursprungsland allmählich verdrängt", heißt es in der Begründung für den parlamentarischen Vorstoß.

Im öffentlichen Sprachgebrauch habe sich weitgehend der Verwaltungsbegriff "Kindertagesbetreuung" für Einrichtungen der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung etabliert, kritisiert der Fröbel-Kreis.

Petitionen für "Kindergarten"

Auf der Petitionsplattform des Landtages hatten nur rund 900 Teilnehmer das Begehren unterstützt. Allerdings hatten die Initiatoren zuvor auf der Online-Plattform Openpetition mehr als 6800 Unterstützerunterschriften gesammelt. Daraus lasse sich ein erkennbares öffentliches Interesse ableiten und so werde der Petitionsausschuss sich ausnahmsweise trotz des verfehlten Quorums mit dem Anliegen beschäftigen, hieß es. Ein Termin für die öffentliche Anhörung ist noch nicht festgelegt. (dpa, aj)