Thüringen beklagt mehr als ein Dutzend Drogentote – doch das größte Problem wird gar nicht erfasst

Im vergangenen Jahr starben mehr als ein Dutzend Menschen in Thüringen im Zusammenhang mit Drogenkonsum (Symbolbild)
Im vergangenen Jahr starben mehr als ein Dutzend Menschen in Thüringen im Zusammenhang mit Drogenkonsum (Symbolbild)
Foto: Felix Zahn/dpa
Überdosis oder die Folgen langjähriger Abhängigkeit: Auch im vergangenen Jahr starben mehr als ein Dutzend Menschen in Thüringen im Zusammenhang mit Drogenkonsum. In den Suchtberatungsstellen ist aber nach wie vor ein legales Rauschmittel das größte Thema.

Thüringen. Im vergangenen Jahr sind in Thüringen 15 Menschen an den Folgen von Drogenkonsum gestorben. Das sind ebenso viele wie 2017, wie das Gesundheitsministerium mit Verweis auf die offiziell vom Landeskriminalamt erfassten Fällen auf Anfrage mitteilte. Die Zahl der Drogentote bewegt sich demnach seit Jahren auf einem ähnlichen Niveau. Einen Ausreißer gab es allerdings 2015 mit 25 Fällen.

Drogentote in Thüringen: Dunkelziffer höher

Die Polizei erfasst in dieser Statistik etwa Menschen, die infolge von Überdosierung oder infolge von langzeitigen Missbrauch von Betäubungsmitteln gestorben waren. Genauso fallen in die Kategorie Drogentod aber auch tödliche Unfälle von Menschen, die unter Drogeneinfluss stehen, oder die sich im Zusammenhang mit Drogenabhängigkeit selbst töten.

Die Thüringer Landesstelle für Suchtfragen geht allerdings von einer höheren Dunkelziffer aus. Nicht immer sei ein Tod eindeutig auf Drogen zurückzuführen, sagte die Koordinatorin Dörte Peter.

Todesfälle durch Alkohol werden nicht erfasst

Jährlich suchten zwischen 12.000 und 13.000 Menschen die Thüringer Suchtberatungsangebote auf. Bei den allermeisten von ihnen sei Alkohol das größte Problem, so Peter. Todesfälle, die auf ein Alkoholproblem zurück zu führen sind, werden aber nicht in der polizeilichen Statistik der Drogentode erfasst.

Probleme mit Crystal Meth folgt dem Alkohol

An zweiter Stelle folgen Peter zufolge aber schon Stimulanzien, also etwa Aufputschmittel wie Crystal Meth, an dritter Stelle Cannabis. Ein wachsendes Problem ist, dass Betroffene mehrere verschiedene Mittel parallel zu sich nehmen, wie Peter erklärte.

Die Suchthilfe ist landesweit nach Angaben Peters in 22 stationären und 63 ambulanten Einrichtungen organisiert. Dazu kommen mehr als 100 Suchtselbsthilfegruppen.

Hilfe bei Drogensucht

Anmerkung der Redaktion: Wenn du selbst ein Problem mit Drogen hast oder jemanden kennst, der darunter leidet, kannst du dir bei der Suchtberatung Thüringen helfen lassen. Im Internet findest du alle wichtigen Informationen und Zuständigkeiten auf der Homepage www.sit-online.org.