Germania insolvent: Wie Thüringens Politik Reisende schützen will – erste Fluggäste atmen auf

Die Insolvenz der Airline Germania traf Thüringen mitten ins Herz. Die ersten Alternativen für Reisende aus Thüringen haben sich inzwischen schon gefunden. (Archivbild)
Die Insolvenz der Airline Germania traf Thüringen mitten ins Herz. Die ersten Alternativen für Reisende aus Thüringen haben sich inzwischen schon gefunden. (Archivbild)
Foto: dpa

Erfurt. Die Insolvenz der Airline Germania traf Thüringen und vor allem Erfurt mitten ins Herz. Die Fluggesellschaft war bisher das wichtigste Unternehmen für den einzigen internationalen Flughafen in Thüringen. 70 Prozent der Abflüge in diesem Jahr sollten alleine von ihr bestritten werden. Die ersten Alternativen für Reisende haben sich inzwischen schon gefunden.

TUIfly übernimmt Charter-Flüge der Germania

Während viele Passagiere derzeit noch mit offenen Fragen zurückbleiben, können einige bereits einen Tag nach der Hiobsbotschaft aufatmen: Denn kurzerhand übernimmt TUIfly einen Gros der Charter-Flüge von Germania – in Erfurt zumindest die, die über den Weimarer Reiseveranstalter Vianova gebucht wurden.

Trotz Germania-Insolvenz vom Flughafen Erfurt/Weimar in den Winterurlaub

Die 148 Thüringer Winterurlauber werden wie geplant am Samstag von Erfurt aus in ihren Winterurlaub nach Finnland starten, wie die Reiseagentur in ihrer Mitteilung von Mittwoch schreibt. Auch die weiteren Termine ab Erfurt (16. Februar und 2. März) seien gesichert und könnten wie geplant durchgeführt werden. Die betreffenden Reisegäste, würden in den kommenden Tagen noch einmal persönlich informiert, verspricht Vianova.

Innerhalb nur eines Tages ist es dem Reiseveranstalter mit Sitz in Weimar gelungen, die aktuellen Charter-Flüge nach Finnland (Flughafen Kittilä) und zurück mit der deutschen Airline TUIfly abzusichern. Für den Frühjahrsurlaub in Rom, Sardinien oder Sizilien lägen dem Reiseveranstalter bereits ebenfalls Angebote vor, die in den kommenden Tagen unterschrieben werden sollen.

Forderung aus Thüringen: Fluggäste sollen bei Insolvenz geschützt werden

Währenddessen fordert der Verbraucherschutzminister Dieter Lauinger (Bündnis90/Grüne), dass die Rechte der Fluggäste gestärkt werden. „Neben der Mitarbeiter tragen vor allem die Kunden die Last der Insolvenz. Wer schon ein Ticket gekauft und bezahlt hat, wird in der Regel sein Geld nicht zurückbekommen, es ist vielmehr verloren“, so Lauinger. Es sei unverständlich, dass Direkt-Bucher schlechter abgesichert ist als Pauschalreisende.

Bereits 2018 habe die Verbraucherschutzministerkonferenz gefordert, eine verpflichtende Insovenzabsicherung auf EU-Ebene einzuführen. Denn während sich Reiseanbieter gegen eine Insolvenz versichern müssen, ist dies bei Airlines bislang nicht der Fall. „Die Schutzlosigkeit der Kunden gegenüber der Insolvenz der Fluggesellschaften muss endlich ein Ende finden, die Insolvenzversicherungspflicht der Airlines muss kommen“, heißt es von Lauinger abschließend. (Anna Jank, dpa)