Klima-Streik in Erfurt: Frauke Petry kocht vor Wut, weil Kinder nicht zur Schule gehen

Frauke Petry spricht sich gegen Streiks für den Klimaschutz unter dem Motto FridaysForFuture aus. (Archivfoto)
Frauke Petry spricht sich gegen Streiks für den Klimaschutz unter dem Motto FridaysForFuture aus. (Archivfoto)
Foto: Britta Pedersen / dpa

Erfurt. Wenn am Freitag wieder in ganz Deutschland – darunter auch in Erfurt – Schüler für einen besseren Klimaschutz auf die Straße gehen, sorgt das nicht überall für Begeisterung. Die frühere AfD-Vorsitzende und heutige Chefin der Blauen Partei, Frauke Petry, kocht regelrecht vor Wut.

Unter dem Motto #FridaysForFuture hat sich eine internationale Bewegung gebildet, die die Klimaschutz-Bemühungen der Politik für völlig unzureichend hält. Deshalb treten Schüler, Studierende und Auszubildende auch in Thüringen am Freitag wieder in den den Klimastreik.

Erfurt: Frauke Petry wütend über Klimastreik der Schüler und Studierenden

"Die Erde ist zu wichtig, als das wir sie verlieren könnten, und wenn wir jetzt nichts tun, schaufeln wir unser eigenes Grab", sagt Cosima Riese, Sprecherin der Bewegung in Erfurt. "Wir empfinden es als Pflicht, jetzt zu handeln." Deshalb soll am Freitag ab 12 Uhr wieder auf dem Anger demonstriert werden.

Gegenwind bekommen die Klimastreikenden jetzt von Frauke Petry. Die fraktionslose Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Blauen Partei mahnte am Donnerstag die Einhaltung der Schulpflicht an und fragt ironisch: "Wurde dieses Gesetz für die 'Fridays for Future'-Demos denn irgendwann unbemerkt abgeschafft?"

Frauke Petry: Was ist mit der Schulpflicht?

Petry ist der Ansicht, dass die Schulbehörden bei anderen Themen "dem ganzen Treiben ziemlich schnell ein Ende" gesetzt hätten. Als Beispiel nennt die Blaue denkbare Proteste gegen offene Grenzen, Kindergeldzahlungen ins Ausland und Feinstaubmessungen an stark befahrenen Kreuzungen.

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"Oder einfach für mehr innere Sicherheit und für das Verlangen, dass der Staat endlich die vielgerühmte 'Armlänge Abstand' zwischen uns und falsch gepolten Einwanderern schafft", wie es Petry formuliert. "Aber solange vor allem im öffentlich-rechtlichen Rundfunk einer liebenswerten schwedischen, aber wissenschaftlich begrenzten Teenagerin gehuldigt wird, scheinen auch deutsche Schüler, von zwangsfinanzierten Tugendrittern in ARD und ZDF ermuntert, zu Höherem berufen."

Das sagen die User zur Petry-Kritik

Die Reaktionen auf ihren Post ließen sich lange auf sich warten. „Ich finde es okay, damit junge Leute für ihre Zukunft zu protestieren würde es nicht an einem Schultag passieren welche Beachtung fände es da. Vermutlich würde ihr Protest kaum Beachtung finden. Es gehören alle verantwortlichen Politiker bestraft die über Jahre Umweltschutz verändert haben. Darauf ein Protest für eine lebenswerte Zukunft bestraft werden ich denke nicht“, schreibt Michael G.

Gerhard G. sieht das etwas anders: „Mich würde mal interessieren, wieviele Schüler an den Demos teilnehmen, wenn sie samstags stattfänden.“

Schüler gehen wieder auf die Straße

Ungeachtet der Kritik sind Schüler und Studenten aus Thüringen am Freitag in Erfurt wieder auf die Straße gegangen. An einer Kundgebung auf dem Erfurter Anger beteiligten sich nach Polizeiangaben etwa 70 junge Menschen.

„Ihr trefft die falschen Entscheidungen - wir tragen die Folgen“, hieß es auf einem der zahlreichen Plakate. Ein anderes erteilte den Bemühungen der Politik um das Klima die Note 6 - in Anspielung auf die Ausgabe der Halbjahreszeugnisse an Thüringer Schulen am Freitag.

Was das Bildungsministerium in Thüringen zu den Streiks von Schülern sagt, erfahrt ihr hier. (maf/dpa)

#FridaysForFuture in Erfurt: Freitag, 8. Februar, Angerdreieck