Kettensägen rattern in Erfurt: Wie Bürger die Bäume im Nordpark und auf dem Petersberg noch retten wollen

In Erfurt werde in Vorbereitung auf die Bundesgartenschau viele Bäume gefällt. (Symbolfoto)
In Erfurt werde in Vorbereitung auf die Bundesgartenschau viele Bäume gefällt. (Symbolfoto)
Foto: Imago/Marius Schwarz

Erfurt. Die Aufregung ist groß – viele Menschen in Erfurt sind fassungslos: Für die Bundesgartenschau 2021 sollen 600 Bäume gefällt werden. Dagegen gibt es jetzt nicht mehr nur in den sozialen Netzwerken Proteste: Ein Flashmob und eine Demo tragen den Buga-Unmut auf die Straße.

Hunderte Bäume fallen in Erfurt für die Bundesgartenschau 2021

Im Nordpark wird seit einigen Wochen abgeholzt, Kettensägen und Bagger sollen auch auf dem Petersberg anrücken, um die Pläne für die Buga umzusetzen. Die sehen unter anderem vor, 600 Bäume rund um die nördliche Geraaue abzuholzen und sie durch 1000 neue zu ersetzen.

Warum man sich für die Pflanzenschau am Baumbestand vergreift, ist für viele Erfurter aber nicht nachvollziehbar. Im Nordpark und auf dem Petersberg versuchen Bürger, Aktivisten und Politiker, jetzt noch zu retten, was zu retten ist. Von der Stadt heißt es, die Bäume genau unter die Lupe genommen zu haben. Demnach würden vorrangig solche Gewächse abgeholzt, die ohnehin schon krank oder fast tot waren beziehungsweise bei denen keine lange Lebensdauer mehr zu erwarten sei.

Protestaktionen für den Baum-Schutz in Erfurt

Dazu laden die Grünen am Samstag zu ihrer Demonstration im Nordpark ein. Das Stadtgrün müsse geschützt werden, Bestandsbäume sollten in Bebauungspläne integriert werden, fordert der Kreisverband aus Erfurt und hofft, die Stadt davon abhalten zu können, auch noch die übrigen Bäume im Nordpark und entlang der Geraaue zu fällen. Die Demo startet am Samstag um 14 Uhr vor dem Nordbad.

Mehr zu den Plänen und Hintergründen der Buga 2021 in Erfurt

Flashmob auf dem Petersberg in Erfurt

Auf dem Petersberg wollen sich außerdem schon am Freitag Bürger versammeln, die befürchten, dass die Stadtkrone Erfurts zu einer Schotterwüste verkommt. So schreiben es die Initiatoren von "Stadtbäume statt Leeräume" in ihrer Ankündigung. Unter anderem sehen die Pläne der Stadt vor, das Blumenstadtwappen und die Wiesenhänge samt einiger Bäume an der Zitadelle zu Gunsten eines barrierefreien Aufstiegs zu entfernen.

Für den Flashmob hoffen die Veranstalter, dass viele Teilnehmer mit möglichst großen Schildern mit der Aufschrift "Baum" zum Petersberg kommen. Was weiter geschieht, wurde zunächst nicht verraten. Der Treffpunkt ist am Freitag um 16 Uhr auf dem Petersberg an der blauen Kanone. (aj, maf)