Geiselnehmer versetzt Erfurt tagelang in Schrecken - jetzt ist das Urteil gefallen

Das Landgericht Erfurt hat den Messerstecher und Geiselnehmer in allen Punkten für schuldig erkärt.
Das Landgericht Erfurt hat den Messerstecher und Geiselnehmer in allen Punkten für schuldig erkärt.
Foto: Vesselin Georgiev

Der Fall hatte weit über Erfurt hinaus Aufsehen erregt: Ein mit einem Küchenmesser bewaffneter Mann soll im vergangenen Sommer seine Ex-Freundin durch Erfurt geschleppt haben und auf seiner Flucht auf einen schlafenden Mann eingestochen haben. Er hatte die Thüringer Landeshauptstadt tagelang in Atem gehalten.

Geiselnehmer in Erfurt verurteilt

Wegen versuchten Mordes und Freiheitsberaubung ist ein 42-Jähriger zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 6 Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Erfurt sprach den Mann am Freitag unter anderem auch des schweren räuberischen Diebstahls, der vorsätzlichen Körperverletzung und der Nötigung schuldig.

Der vorsitzende Richter Markus von Hagen ordnete wegen der Drogenabhängigkeit des Mannes die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Zuvor muss der Verurteilte 4 Jahre und 9 Monate in Haft. Gegen das Urteil kann noch Revision eingelegt werden.

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Der Mann drang im Juli 2018 in die Wohnung seiner Ex-Freundin in Erfurt ein, bedrohte sie mit einem Küchenmesser und zwang sie, mit ihm das Haus zu verlassen.

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Polizisten konnten die Frau später aufgreifen. Auf der Flucht griff der Angeklagte einen ihm unbekannten, schlafenden Mann an, attackierte ihn mit dem Messer und verletzte ihn lebensgefährlich. Der Verletzte konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. Die Polizei fasste den 42-Jährigen erst nach mehreren Tagen.