Raubzüge über Monate in Erfurt: Brutales Trio fällt selbst Verbrechen zum Opfer – Polizei gelingt Coup

Nach einem Raub auf dem Erfurter Petersberg konzentrierten sich die Ermittlungen zunächst auf einen Tatverdächtigen. Doch durch die weitere Polizeiarbeit, ergab sich ein viel weitreichenderes und vor allem gänzlich anderes Bild. (Symbolbild)
Nach einem Raub auf dem Erfurter Petersberg konzentrierten sich die Ermittlungen zunächst auf einen Tatverdächtigen. Doch durch die weitere Polizeiarbeit, ergab sich ein viel weitreichenderes und vor allem gänzlich anderes Bild. (Symbolbild)
Foto: Imago/Jochen Tack, Imago/Jochen Tack

Erfurt. Ein halbes Jahr lang hielten sie Erfurt in Atem. Brutal, schwer kriminell und rücksichtslos – ein Verbrecher-Trio soll für eine Vielzahl von Raub- und Körperverletzungsdelikten verantwortlich sein. Im Laufe der Zeit wurden die drei immer abgebrühter. Am Ende wurden sie allerdings selbst von Verbrechern angegriffen – und die Spurensuche der Polizei begann.

Raubzüge und Gewalt – Polizei ermittelt in Erfurt

Wie die Erfurter Beamten am Mittwoch mitteilten, ereignete sich der Raub, bei dem die Verdächtigen selbst zum Opfer wurden, bereits im November vergangenen Jahres. Auf dem Petersberg in Erfurt wurden die drei von einer anderen Gruppe angegriffen, die an ihre Handys wollte. Danach konzentrierten sich die Ermittlungen zunächst auf einen Tatverdächtigen: einen 20 Jahre alten Erfurter.

Raub auf Petersberg in Erfurt: Opfer wird zum Täter

Doch durch die weitere Polizeiarbeit, ergab sich ein viel weitreichenderes und vor allem gänzlich anderes Bild, wie die Beamten berichteten. Denn es stellte sich heraus, bei wem es sich um die Opfer tatsächlich handelte: um drei schwerkriminelle Jugendliche – im eigentlich zarten Alter von nur 16 Jahren. Der Täter, der das Trio im auf dem Petersberg angegriffen hatte, wurde zuvor von der Gruppierung selbst ausgeraubt und geschlagen.

Raubzüge in Erfurt: Hier schlug das Trio zu

Im vergangenen Jahr sollen sie mit ihren brutalen Raubzügen im ganzen Erfurter Stadtgebiet Angst und Schrecken verbreitet haben. Ihre Opfer: meist Jugendliche. Ihre Beute: meist Bargeld, Zigaretten und Handys.

Dabei handelte das Trio überwiegend gemeinsam. Im Laufe der Zeit steigerten die Täter ihr Gewaltpotenzial – ausgehend von massiver körperlicher Gewalt bis zuletzt dem Einsatz eines Schlagstockes, wie die Polizei berichtet.

Raubzüge in Erfurt: Die Liste der Taten ist lang

Auf das Konto der drei gehen unter anderem:

  • ein Raub in der Erfurter Trommsdorfstraße,
  • mehrere Raubdelikte auf dem Erfurter Petersberg kurz vor Weihnachten
  • sowie ein schwerer Raub auf der Fußgängerbrücke am Schmidtstedter Knoten
  • Auch im Hirschgarten und der Andreasstraße schlugen die Täter rücksichtslos zu

Ein Teil der Opfer wurde erheblich verletzt und bedurfte ärztlicher Hilfe, so die Polizei.

Die Beamten des Raubkommissariates führten seitdem intensive Ermittlungen, mehr als 30 Zeugen waren zu vernehmen – im Ergebnis sind die Verantwortlichen für die Raubserie ermittelt worden: drei Jugendliche im Alter von nur 16 Jahren. Jetzt wurden Haftbefehle gegen sie erlassen.

In den letzten Februartagen klickten die Handschellen für zwei der drei Täter – der dritte befand sich bereits seit Anfang Februar wegen eines anderen Delikts in Strafhaft. Die Polizei durchsuchte außerdem drei Wohnungen in Erfurt. (aj)