Häftling gelingt spektakulärer Ausbruch - wegen sieben anderen Taten aber landet er vor Gericht

Aus der Justizvollzugsanstalt Suhl-Goldlauter gelang dem Häftling eine spektakuläre Flucht. (Archivfoto)
Aus der Justizvollzugsanstalt Suhl-Goldlauter gelang dem Häftling eine spektakuläre Flucht. (Archivfoto)
Foto: Michael Reichel, dpa

Erfurt/Suhl. Vor dem Landgericht Erfurt ist das Urteil gegen den Mann fallen, der wegen seiner Flucht aus dem Suhler Gefängnis für reichlich Schlagzeilen sorgte.

Nach Gefängnisflucht in Thüringen: 41-jähriger Drogendealer verurteilt

Wegen bandenmäßigen Drogenhandels ist ein 42-Jähriger vor dem Landgericht Erfurt zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und fünf Monaten verurteilt worden. Das Gericht sah es am Dienstag unter anderem als erwiesen an, dass der Angeklagte in sieben Fällen mit großen Mengen Marihuana gehandelt und größere Mengen davon gelagert hatte.

Wegen seiner Drogensucht soll der bereits vorbestrafte Mann zwei Jahre seiner Strafe in einer Entzugsanstalt verbringen. Zuvor muss er allerdings noch sechs Monate in den Vorwegvollzug. Die rund acht Monate in der Untersuchungshaft werden angerechnet. Das Urteil folgte in seinem Strafmaß dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Es ist noch nicht rechtskräftig.

Spektakuläre Flucht aus Gefängnis Suhl-Goldlauter

Der Mann wurde einer breiten Öffentlichkeit bekannt, weil ihm im Oktober 2017 die Flucht aus dem Gefängnis Suhl-Goldlauter geglückt war. Er soll sich bei der Arbeit in der Haftwerkstatt in einer Pappkiste versteckt haben, die abtransportiert wurde. Bei einer Kontrolle war das nicht aufgefallen.

Die Flucht war aber nicht Bestandteil der Verhandlung, weil Flucht an sich keine Straftat ist, wie Staatsanwalt Thomas Müller-Gründel erklärte. (dpa, aj)