Thüringen im ZDF: Diese schmerzlichen Geschichten erzählen drei Familien aus Suhl jetzt im TV

Christine und Hans wohnen seit 27 Jahren in Suhl Nord. Die Plattenbauten werden abgerissen, nun müssen sie ausziehen.
Christine und Hans wohnen seit 27 Jahren in Suhl Nord. Die Plattenbauten werden abgerissen, nun müssen sie ausziehen.
Foto: obs/ZDF/Christiane Schmidt

Suhl. Seit Jahrzehnten leben die Familien schon hier in Suhl-Nord - einem Wohnviertel in Thüringen. Nun soll die ganze Gegend dem Boden gleich gemacht werden. Was aber bedeutet das für die Menschen, die hier großgeworden sind, Familien gegründet haben und hier gerne alt werden wollten?

Das ZDF widmet sich in einer Reportage diesen Bewohner der Stadt, die bald ihr Zuhause verlieren werden. In der ZDF-Doku "Plattgemacht – Wenn ein Stadtteil verschwindet" erzählen drei Familien aus Thüringen ihre Geschichte.

Ein Jahr lang begleiteten dafür die Autoren ihre Protagonisten. Am Dienstag (19.März) läuft die Reportage im TV.

ZDF in Suhl: Nach der Wende ging's bergab

In der Sendung erklärt das ZDF, wie in den 1960er- und 1970er-Jahren aus dem kleinen Städtchen Suhl südlich von Erfurt eine DDR-Vorzeigestadt geworden sein soll. Neue Industrien wurden angesiedelt, der Bedarf an Wohnraum nahm zu, moderne Plattenbau-Viertel entstanden.

Doch nach der Wende begann der Wandel. Die volkseigenen Betriebe schlossen, Arbeitsplätze gingen verloren, die Jungen zogen weg. Zu viel Wohnraum steht heute leer, Rückbau oder Sanierung lohnt sich nicht. Die Plattenbauviertel werden abgerissen.

Christine und Hans aus Suhl: Sechs Job und kaum Geld

Christine wohnt laut ZDF seit 27 Jahren in Suhl-Nord. Ihre Kinder hat die 51-Jährige gemeinsam mit ihrem Mann Hans im Viertel großgezogen. Sie hat sechs Jobs, um über die Runden zu kommen. Christine und Hans können nicht viel Miete zahlen. Zeit zur Wohnungssuche fehlt der Multijobberin auch. Werden sie eine passende und bezahlbare Wohnung finden?

Witwe Helga: Erst der Tod ihres Mannes und dann das...

Gemeinsam mit ihrem Mann hat die 75-jährige Helga geholfen, das Viertel Anfang der 1980er-Jahre aufzubauen. Suhl-Nord ist ihr Leben. Die Nachbarschaft, der Zusammenhalt: In ihrer Erinnerung war es eine wunderbare Zeit. Das Wohnviertel gab Helga und ihrem Mann auch Halt, als ihre Tochter unerwartet starb. Als Helgas Mann nach 43 Jahren Ehe ebenfalls starb und zeitgleich die Ankündigung kam, dass ihre Platte abgerissen werden soll, brach für Helga eine Welt zusammen. Wie wird sie einen Umzug verkraften?

------------------------------------

Mehr Themen:

------------------------------------

Dragan aus Serbien: Darf die sechsköpfige Familie bleiben?

Der 35-jährige Dragan kommt aus Serbien und landete durch Zufall in Suhl-Nord. Dort lebt er mit seiner Frau und den vier Kindern in einer der letzten Plattenbauten. Während für die meisten "Suhl-Nord" Abschied bedeutet, ist es für Dragan und seine Familie ein Neuanfang. Doch wie lange kann die Familie hier noch bleiben?

Die Dokumentation wird am Dienstag, 19. März 2019, 22.15 Uhr, im ZDF zu sehen sein und steht am Sendetag ab 8 Uhr in der ZDF-Mediathek zur Verfügung. (aj)