Unglaublich, was Chemiker im Erfurter Abwasser gefunden haben

Foto: imago/viennaslide
  • Bei einer europaweiten Studie aus dem Jahr 2018 hat sich Erfurt den ersten Platz erkämpft
  • Auf diese Position kann die Stadt allerdings nicht wirklich stolz sein
  • Die Art der Studie ist sicherer als einfache Umfragen

Erfurt hat sich in einem traurigen Ranking den ersten Platz gesichert. Nirgendswo anders in Europa werden so viele Abbauprodukte von Crystal-Meth im Abwasser nachgewiesen wie in Thüringens Landeshauptstadt.

Die Studie vom European Centre For Drugs an Drug Addiction prüfte die Crystal-Meth-Ausscheidungen im Abwasser für das Jahr 2018. Wie die Thüringer Allgemeine berichtet, hat Erfurt 2018 sogar den ehemaligen Spitzenreiter Chemnitz vom ersten Platz gestoßen.

Erfurt: Europaweit Platz 1 bei Crystal Meth Konsum

In Erfurt gelangten 2018 demnach pro Tag und pro 1.000 Menschen 211,3 mg Crystal-Meth nach dem Konsum ins Abwasser. Im Jahr zuvor war der Wert mit 211,2 mg nur unwesentlich geringer.

Chemnitz wurde überholt, weil die ausgeschiedene Menge dort von 240,6 mg auf 196,2 mg zurückging.

------------------------------------

• Mehr Themen:

LIVE: Demo in Eisenach

Mann eröffnet Donut-Shop und niemand kommt: Dann hat sein Sohn eine Idee

• Top-News des Tages:

Rebecca Reusch (15) aus Berlin vermisst: Polizei mit Spürhunden an der A12 – Autobahn teils gesperrt

Kunden verwundert: dm nimmt diese beliebte Produktreihe aus dem Sortiment

-------------------------------------

Analyse von Abwasser sicherer als reguläre Umfragen

Dresden hingegen sprang vom fünften auf den dritten Platz. Dort wurden pro Tag und pro 1.000 Menschen 174,6 mg Ausscheidungen gemessen.

Diese Art der Messmethode gilt als unverfälschter als reguläre Umfragen. Grundlage der Untersuchung ist die Annahme, dass jeder Mensch auf die Toilette muss.

Drogenkonsum einer Stadt kann im Abwasser ermittelt werden

Konsumiert eine Person Drogen, so werden die Abbauprodukte unter anderem über den Urin ausgeschieden. Die Rückstände sammeln sich im Abwasser und können dann von Chemikern ausgewertet werden.

Wie bei der Thüringer Allgemeinen zu lesen ist, konnten die Chemiker der Technischen Universität Dresden das Ergebnis anhand der Einwohnerzahl und der Abwassermenge, die das Klärwerk erreicht, errechnen.

Dabei kann ermittelt werden, wie viel Amphetamin, Kokain, Methamphetamin und Ecstasy in einer Stadt konsumiert wird. Bei anderen Stoffen, wie zum Beispiel Cannabis sind die Ergebnisse deutlich ungenauer, da nur ein geringer Teil wieder ausgeschieden wird. (db)