Jahrzehntelang eingemottet: Dieses Erfurter Original kannst du jetzt wieder sehen

Erfurt. Bei seinem Anblick gerieten Erfurter früher ins Schwärmen, doch seit über 50 Jahren blieb das Marienmosaik den Blicken der Öffentlichkeit verborgen. Jetzt ist das prachtvolle Monument wieder zum Dom zurückgekehrt - allerdings im Inneren des Kirchenbaus.

Marienmosaik kehrt zum Erfurter Dom zurück

Bei seinem Anblick gerieten Erfurter früher ins Schwärmen, doch seit über 50 Jahren blieb das Marienmosaik den Blicken der Öffentlichkeit verborgen. Jetzt ist das prachtvolle Monument wieder zum Domzurückgekehrtm Dachstuhl des Gotteshauses gefunden und kann dort nach Jahrzehnten wieder besichtigt werden. «So ist es zwar von außen nicht mehr sichtbar, aber im Dach ist es vor Wind und Wetter geschützt», sagte Weihbischof Reinhard Hauke am Donnerstag bei einer ersten Präsentation des Bildes.

Angefertigt wurde das 44 Quadratmeter große Mosaik in der Werkstatt Antonio Salviatis in Venedig nach einem Entwurf des Berliner Historienmalers August Theodor Kaselowsky.

Das Marienmosaik des Erfurter Doms: Ein steiniger Weg

Am Dom angebracht wurde es 1865. Bis 1968 hing das Mosaik an der äußeren Westseite des Mariendoms. Weil das damalige Dach aber stark beschädigt war, musste es ersetzt und das Mosaik entfernt werden. Das erwies sich als schwierig. Stück für Stück wurden die Sandsteine, auf denen das Mosaik damals aufgebracht war, mit dem Presslufthammer abmontiert.

Dabei seien einige der speziell hergestellten Keramiksteinchen verloren gegangen. Einige konnten aber wieder zugeordnet werden - wie etwa drei Steinchen am Kinn des Jesuskinds. «Die Lippen der Mutter Gottes sind aber nicht mehr zu finden», sagte Weihbischof Hauke. Wie an einem Raster entlang gibt es im Mosaik Leerstellen.

Schimmel überfällt Marienmosaik

Gelagert wurde das später auf Leinen geklebte Mosaik lange Zeit in Kisten im Domkeller und war dort durch Schimmel gefährdet. Im Zuge der Gespräche über den Erhalt des Kunstwerks kam die Idee auf, das Mosaik restauriert im Dachstuhl zu präsentieren.

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Die Steinchen sind auf 133 Einzelplatten aufgebracht. Das Mosaik umfasst eine Fläche von etwa 44 Quadratmetern und wiegt knapp 900 Kilogramm. Angebracht sind die Platten an einem zweieinhalb Tonnen schweren Stahlgerüst. Etwa zwei Jahre dauerte die Restauration. Die museale Präsentation kostete 220.000 Euro. Das Geld dafür wurde mit Spenden gesammelt.

Das Marienmosaik in Führungen bewundern

Gewerkelt wird derzeit noch bei der Beleuchtung: Verschiedene Varianten, das Bild anzustrahlen, sind geplant. Besonders mit dem Einsatz von wärmerem Licht sollen die Farben besser zu Geltung kommen, erklärte Dombaumeister Andreas Gold. Hauke wird das Kunstwerk am Sonntag in einem Gottesdienst weihen. Danach sind regelmäßige Führungen geplant, bei denen das Mosaik zu sehen ist. (dpa,aj)