1. Mai 2019 in Erfurt: Strategische Planungen für Stopp der AfD-Demo laufen – "in die Zange nehmen"

Am 1. Mai werden in Erfurt Tausende Menschen auf die Straße gehen, die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor. (Archivfoto)
Am 1. Mai werden in Erfurt Tausende Menschen auf die Straße gehen, die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor. (Archivfoto)
Foto: Bodo Schackow / dpa

Erfurt. Bleibt es am 1. Mai 2019 in Erfurt friedlich oder treffen Demonstranten am Tag der Arbeit direkt aufeinander? Die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor, während im Internet ein Bündnis dazu aufruft, die Demo der AfD zu blockieren.

Schnauzevoll: Bündnis will Demonstration der AfD am 1. Mai in Erfurt stören

Das Bündnis "Schnauzevoll" wirft der Alternative für Deutschland Rassismus, Sexismus und menschenverachtendes Gedankengut vor und will sich deshalb am Mittwoch dem AfD-Aufzug in Erfurt entgegenstellen. "Vielfältig und konsequent" solle gestört werden, heißt es in einem Aufruf.

Das Bündnis ruft Anhänger dazu auf, sich in Gruppen zur organisieren und gegebenenfalls noch "Aktionstrainings" zu besuchen. Konkrete Angaben dazu, wie die AfD bei ihrer Demonstration gestört werden soll, macht "Schnauzevoll" öffentlich nicht, formuliert aber klar das Ziel: "Am 1. Mai 2019 in Erfurt den Aufmarsch der AfD verhinden." Bei den Aktionen solle sich aber "ruhig und besonnen verhalten" und sollen keine Menschen gefährdet werden.

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Zwei Demos parallel zur AfD in Erfurt

Parallel zur AfD-Demo gehen am Mittwoch zahlreiche Menschen auf die Straße. Der DGB und das Bündnis "Zusammenstehen" laufen von der Staatskanzlei über Juri-Gagarin-Ring, Anger und Hauptbahnhof Richtung Süden in die Johann-Sebastian-Bach-Straße. Eine weitere Demo startet zusammen mit diesem Aufzug, spaltet sich dann aber am Karl-Marx-Platz ab. "Alles muss man selber machen", lautet das Motto dieser Route über die Puschkinstraße. Die Initiatoren verstehen sich als "feministisch, solidarisch, klimagerecht".

"In die Zange nehmen": Kann Großaufgebot der Polizei die Demos am Landtag trennen?

Beide Demonstrationen verlaufen dann also in Richtung Süden parallel zum AfD-Aufzug. Die Ansage des Bündnisses "Schnauzevoll" dazu: Die AfD solle "in die Zange" genommen werden. An der Ecke von Arnstädter und Johann-Sebastian-Bach-Straße – also direkt am Thüringer Landtag – treffen schließlich alle Route zusammen. Die bangen Fragen hier: Sind gewaltbereite Teilnehmer unter den vielen friedlichen Demonstranten? Und können die Sicherheitskräfte ein direktes Aufeinandertreffen beider Lager verhindern? Die Polizei hatte den Bereich um den Landtag in Erfurt bereits am Montag als "brisante Stelle" bezeichnet.

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Stefan Möller von der AfD: "Das ist strafbar"

In der AfD ist man jedenfalls von den Blockade-Ankündigungen von "Schnauzevoll" wenig begeistert. "Die Verhinderung einer angemeldeten Demo ist übrigens strafbar", twitterte Stefan Möller.

Vorwurf an Evangelische Kirche in Mitteldeutschland

Der AfD-Landessprecher erhob gleichzeitig Vorwürfe gegen die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Der Grund: "Schnauzevoll" hatte in der Offenen Arbeit Erfurt – einem Teil des Evangelischen Kirchenkreises Erfurt in der Allerheiligenstraße – zu einer Info- und Mobilisierungsveranstaltung aufgerufen. Nach Möllers Ansicht würden hier "Linksextremisten Unterkünfte für die Verhinderung der 1. Mai-Demo der AfD zur Verfügung" gestellt. Er bezeichnete dies als Schande für die EKM. (maf)