Megaprojekt: Warum Thüringen eine riesige Leitung nach Erfurt baut

Eine lange Leitung soll Wasser von Talsperren in Thüringen nach Erfurt führen. Dabei wird auch Energie gewonnen. (Symbolfoto)
Eine lange Leitung soll Wasser von Talsperren in Thüringen nach Erfurt führen. Dabei wird auch Energie gewonnen. (Symbolfoto)
Foto: Imago / Imagebroker

Erfurt. Talsperrenwasser aus dem Thüringer Wald soll auf dem Weg zu Obstbauern bei Erfurt auch zur Energiegewinnung genutzt werden. Für eine Wasserkraftanlage wurde am Freitag in der Thüringer Landeshauptstadt der Grundstein gelegt, wie die Thüringer Fernwasser-Gesellschaft mitteilte.

Wasser aus den Talsperren Schmalwasser und Tambach-Dietharz (Kreis Gotha) werde auf seinem rund 45 Kilometer langen Weg zu den Obstanbaugebieten in der Fahner Höhe bei Erfurt zwei Wasserkraftanlagen passieren.

Wasser aus Talsperren in Thüringen abgeleitet

Das Großprojekt, in das nach früheren Angaben rund sechs Millionen Euro investiert werden sollen, ist auch eine Reaktion auf trockene Sommer in der Obstanbauregion, in der vor allem Apfel- und Kirschbäume wachsen. Die beiden Talsperren werden nicht mehr für die Trinkwasserversorgung gebraucht.

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Wasserkraftanlagen bei Erfurt und in Gotha versorgen Haushalte mit Strom

Die zweite Wasserkraftanlage entsteht demnach in Gotha. Zusammen mit der Erfurter Anlage soll sie künftig rund acht Millionen Kilowattstunden Energie pro Jahr liefern. Das entspricht den Angaben zufolge dem Bedarf von etwa 4000 Zwei-Personen-Haushalten. Die Brauchwasserleitung nach Erfurt habe ein Gefälle von 290 Höhenmetern.

500 Liter Wasser pro Sekunde möglich

Laut Fernwasser-Gesellschaft können die beiden Talsperren theoretisch bis zu 512 Liter Wasser pro Sekunde liefern. Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über fünf Trinkwassertalsperren, von denen Leibis-Lichte bei Unterweißbach im Kreis Saalfeld-Rudolstadt mit einem Fassungsvermögen von 36 Millionen Kubikmetern die größte ist. (dpa)