Sexismus in Erfurt und Thüringen: Hier werden Unternehmen angeprangert

Sexistische Werbung wie diese aus Erfurt für eine Haustechnik-Firma landet auf Werbemelder.in von Pinkstinks.
Sexistische Werbung wie diese aus Erfurt für eine Haustechnik-Firma landet auf Werbemelder.in von Pinkstinks.
Foto: privat

Erfurt. Sex sells. Dieser Binsenweisheit folgend, versuchen auch Unternehmen in Thüringen, ihre Produkte oder Dienstleistungen an den Mann (oder die Frau) zu bringen, indem sie beispielsweise auf Werbeplakaten viel Haut zeigen lassen.

Sexistische Werbung: Karte mit Anzeigen von Unternehmen aus Thüringen

Doch was, wenn die Nacktheit überhaupt nichts mit dem beworbenen Angebot zu tun hat? Dann handelt es sich um Sexismus, sagen Kritiker. Dabei werde sexuelle Anziehung als einziger Wert von Frauen propagiert. Die Initiative Pinkstinks hält hier dagegen und führt auf einer Karte auf, wo in Thüringen sexistische Anzeigen zu finden sind.

Werbemelder.in heißt das Angebot. Es listet nicht nur Fälle von Sexismus auf, sondern auch Werbung, die Stereotype bedient oder fördert und damit Frauen oder auch Männer auf ein bestimmtes Rollenbild reduziert. Es soll zeigen, "wo in Deutschland das Problem sitzt, wie verbreitet es ist und was man dagegen tun kann".

Werbemelder von Pinkstinks

Wie funktioniert der Werbemelder? Auf der Website können User Bilder von möglicherweise sexistischen oder stereoptypen Anzeigen hochladen. Das Team von Pinkstinks prüft die Fotos dann – und trägt sie auf einer Karte ein. Auch für Thüringen gibt es mittlerweile zahlreiche Einträge.

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Sexistische Werbung aus Erfurt und Thüringen

In Erfurt, der größten Stadt im Freistaat, sind die meisten Fälle aufgelistet. Aber auch aus anderen Städten kommen Meldungen. Einige Beispiele sexistischer Werbung aus Thüringen:

  • Original Thüringer: Eine Rostbratwurst wird mit dem Foto einer jungen Frau beworben, deren Bluse weit geöffnet und ihr Dekolleté zu sehen ist.
  • Wärme zum Wohlfühlen: Eine Haustechnik-Firma zeigt eine nur mit BH und Höschen bekleidete Frau auf einem Fell.
  • Hier wird's scharf gemacht: Auf einer Werbung für eine Schärferei hält eine Frau ein Messer in der Hand – und ist dabei halbnackt.
  • Da wurde doch was gemacht: Eine Biermarke zeigt eine Frau, die einen Bierkasten trägt – das Dekolleté ist tief und üppig.
  • Zu heiß? Ein Getränkemarkt wirbt für kühle Getränke mit einer Frau, die in einen Kühlschrank schaut. Ihr Kopf ist nicht zu sehen, dafür ihr Körper, lediglich in einen Slip gehüllt und auf High Heels stehend.

Werbemelder.in wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Die Website mit weiteren Fällen sexistischer oder stereotyper Werbung sowie die Karte findest du hier.