Brandanschlag in Erfurt auf Partei „Der III. Weg“: Feuer droht sich auszubreiten

Ein Werbetransporter der Partei „der III. Weg“ brannte komplett aus. Die Flammen drohten auf ein Gebäude überzugreifen.
Ein Werbetransporter der Partei „der III. Weg“ brannte komplett aus. Die Flammen drohten auf ein Gebäude überzugreifen.
Foto: Marcus Scheidel/MAS BILDAGENTUR

Erfurt. Gleich zwei Attacken hat es in der Nacht von Donnerstag auf Freitag auf die Partei „Der III. Weg“ in Erfurt gegeben.

Gegen 3.15 Uhr hörten Anwohner einen lauten Knall an der Stielerstraße. Anschließend stand ein VW-Transporter lichterloh in Flammen. Der Wagen dient als Werbefahrzeug für die rechtsextreme Partei. Das geparkte Fahrzeuge brannte komplett aus.

Zwischenzeitig drohten die Flammen auf ein Gebäude überzugreifen. In den Räumen ist die Post untergebracht. Sie mussten durch Mitarbeiter gelüftet werden.

Die Polizei geht von einer politisch motivierten Straftat aus. Ein 37-jähriger Mann, der sich über Nacht im Gebäude befand, wurde durch den Brand leicht verletzt.

Erfurt: Attacken auf die Partei „Der III. Weg“

Weitere Räume in dem ehemaligen Stadtteilzentrum am Herrenberg, in dem das Parteibüro untergebracht ist, wurden beschädigt. Unbekannte warfen Scheiben ein und besprühten die Räumlichkeiten mit schwarzer Farbe. Auch die Fassade im Eingangsbereich wurde beschmiert.

Der Staatsschutz ermittelt nun wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung. Insgesamt entstand laut Polizei ein Sachschaden von 10.000 Euro.

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Rechtsextreme Partei wird durch den Verfassungsschutz beobachtet

„Der III. Weg“ ist eine rechtsextreme neonazistische Kleinpartei, die 2013 durch ehemalige NPD-Funktionäre und Aktivisten des verbotenen Freien Netzes Süd (FNS) gegründet wurde. Sie ist vor allem in Süd- und Ostdeutschland tätig.

Der Verfassungsschutz schätzt ein Großteil der knapp 500 Mitglieder als höchst gewaltbereit ein. Nach Recherchen von „Report Mainz“ gehen Verfassungsschutz und die Staatsanwaltschaft Ingolstadt davon aus, dass die Partei in Verbindungen zu Brandanschlägen auf Flüchtlingsheime in den Jahren 2014 und 2015 steht.

Vom Bundesinnenministerium (BMI) wird sie als eine „rechtsextremistische, antisemitische und menschenfeindliche Gruppierung“ eingestuft. (mb)