Muslim trifft in Erfurt auf Thilo Sarrazin: Malik packt aus – das geschah hinter den Kulissen

Thilo Sarrazin in Erfurt: Die Lesung hat einigen Unmut in den politischen Reihen ausgelöst. (Archivbild)
Thilo Sarrazin in Erfurt: Die Lesung hat einigen Unmut in den politischen Reihen ausgelöst. (Archivbild)
Foto: imago/IPON

Erfurt. Die Lesung von Thilo Sarrazin in Erfurt hat nicht nur in der Thüringer SPD für viel Furore gesorgt.

Der Sprecher der hiesigen Ahmadiyya-Gemeinde, Suleman Malik, hatte sich auf dem Podium der Debatte um den Islam in Deutschland gestellt.

Thilo Sarrazin in Erfurt: Suleman Malik bei Lesung – Muslim bricht Schweigen

Jetzt hat die Thüringer Allgemeine ans Licht gebracht, was sich zuvor hinter den Kulissen abgespielt haben soll.

Demnach habe es von den Sozialdemokraten Versuche gegeben, Malik zu beeinflussen – und zu instrumentalisieren, um die Sarrazin-Lesung im Mai in Erfurt doch noch absagen zu können.

Streit in der SPD: Oskar Helmerich hatte Thilo Sarrazin nach Erfurt eingeladen

Hintergrund ist, dass der frühere Berliner Finanzsenator vom Thüringer SPD-Abgeordneten Oskar Helmerich eingeladen wurde. Seine eigene Partei distanzierte sich davon jedoch, der Besuch des Islamgegners Sarrazin sollte nicht mit der SPD in Verbindung gebracht werden.

Helmerich lud Malik von der Ahmadiyya, die in Erfurt-Marbach eine neue Moschee baut, ebenfalls ein, der schließlich auch zur Diskussion erschien.

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Doch vorab gab es offenbar Versuche, genau das zu verhindern. Wie die Thüringer Allgemeine berichtet, habe etwa der Erfurter SPD-Stadtrat Denny Möller Kontakt zu dem Muslim gesucht.

"Mehrfach habe Möller gesagt, es gebe vielleicht eine Möglichkeit, die von der SPD-Spitze kritisierte Veranstaltung abzusagen – dazu müsse Malik sich als Gesprächspartner vom Podium zurückziehen", schreibt die TA. Malik habe jedoch geantwortet, dass er es für seine theologische Pflicht halte, "Sarrazin mit Argumenten zu widerlegen".

Oskar Helmerich ein Nazi? So reagiert Suleman Malik von der Ahmadiyya

Doch damit nicht genug. "Eine hochstehende Person in der Thüringer Gesellschaft, die politisch weit links steht," habe Malik per Facebook unter Druck gesetzt, sich von einem "Nazi" wie Helmerich zu distanzieren.

Wie der Erfurter Ahmadiyya-Sprecher darauf reagiert und die weiteren Hintergründe rund um die Lesung von Thilo Sarrazin im Steigerwaldstadion >>> liest du hier bei der Thüringer Allgemeinen. (maf)