Wassermangel in Thüringen – Erfurt greift zu drastischen Maßnahmen

Die Wasserstände in ganz Thüringen sind dramatisch niedrig. (Symbolbild)
Die Wasserstände in ganz Thüringen sind dramatisch niedrig. (Symbolbild)
Foto: Philipp Schulze/dpa

Erfurt/Thüringen. Mehrere Landkreise in Thüringen haben die Entnahme von Wasser aus Seen, Flüssen und Bächen verboten. Jetzt zieht auch Erfurt nach.

In Thüringen liegen die Pegelstände bei den Flüssen derzeit unter den langjährigen Mittelwerten.

Aufgrund von ausbleibendem Regen und der vergangenen Hitzewelle seien die Wasserpegel stark gefallen. Auch die Regenfälle der vergangenen Tage haben die Situation demnach nicht entschärft.

„Die Situation wird jetzt immer kritischer“, sagte der Sprecher des Thüringer Landesamts für Umwelt, Bergbau und Naturschutz am Mittwoch.

Erfurt: Wasserentnahme aus der Gera verboten – es drohe harte Strafen

Die Durchflüsse der Gera sind durch die lange Trockenheit so weit zurückgegangen, dass der notwendige Wasserstand schon weit unterschritten ist, warnt die Stadt Erfurt.

Daher sind jegliche Wasserentnahmen aus den Fließgewässern der Landeshauptstadt ab Samstag, 27. Juli, bis einschließlich 30. September verboten.

Wer dennoch Wasser aus der Gera pumpt, kann sogar mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro bestraft werden.

Das Verbot gilt für alle Entnahmen mittels Pumpvorrichtung und betrifft auch Inhaber einer wasserrechtlichen Erlaubnis. Die Wasserentnahme mit Eimern und Gießkannen ist aber weiterhin erlaubt.

Niedrige Pegelstände in Thüringen: Fische drohen zu verenden

Die Trockenheit habe auch auf die Angelfischerei erhebliche Auswirkungen, sagte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums. Vor allem die Fischbestände in Flachgewässern, etwa in landwirtschaftlichen Speichern und in unbeschatteten, wenig Wasser führenden Fließgewässern hätten Probleme. „In diesen Gewässern kann die Wassertemperatur 30 Grad und mehr erreichen, so dass kaum noch Sauerstoff im Wasser gebunden ist und die Fische beginnen zu verenden.“

Wegen der Trockenheit und den niedrigen Wasserständen wurde in der Apfelstädt, dem Speicher Niedertrebra und im Hainspitzer See vorzeitig mit der Abfischung begonnen, wie die Sprecherin sagte.

„Das Wasser ist nicht mehr richtig frisch, da bilden sich Algen, das kann faulig werden“, sagte der Umweltlandesamt-Hydrologe Ralf Haupt. Dramatischer seien die Auswirkungen der Trockenheit allerdings in den Wäldern.

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Wasserentnahme in einigen Landkreisen bereits untersagt

Im Landkreis Sonneberg ist ab sofort die Wasserentnahme untersagt. Das teilt das Landratsamt am Mittwoch mit.

Der Landkreis Sömmerda hat bereits am Dienstag untersagt, Wasser aus Flüssen, Bächen und Seen zu schöpfen. Mit dem Verbot solle vermieden werden, dass sich der Gewässerzustand weiter verschlechtert.

Wer dagegen verstößt, dem drohen Bußgelder in einer Höhe von bis zu 10.000 Euro. Ausnahmen sind Kühe und anderes Vieh, das weiter aus Bächen trinken darf. Weiterhin erlaubt bleibt, Wasser mit Handgefäßen zu schöpfen.

Auch gewerbliche Nutzer, die ohnehin über bereits bestehende Verträge mit der Fernwasserversorgung Wasser entnehmen, sind ausgenommen. (dpa, aj, mb)