Erfurt: „Verpisst euch aus der Innenstadt“ – Musiker rechnet mit Hatern ab

Ein Straßenmusiker aus Erfurt beschwert sich über die Zustände in der Innenstadt. (Symbolfoto)
Ein Straßenmusiker aus Erfurt beschwert sich über die Zustände in der Innenstadt. (Symbolfoto)
Foto: dpa

Erfurt. In der Innenstadt in Erfurt ist ein Streit ausgebrochen. Zwischen Straßenmusikern und Anwohnern gibt es Ärger. Ein Musiker aus Erfurt bringt das Streitthema nun deutlich auf den Punkt und erhebt schwere Vorwürfe.

Straßenmusik in Erfurt: „So geht es nicht weiter“

Wenn man durch die Erfurter Innenstadt gehst, dann dauert es meist nicht lange – schon kann man einem Straßenmusiker lauschen.

Aber nicht jeder scheint sich über die kostenlose musikalische Unterhaltung zu freuen. Ein Straßenmusiker lässt seinem Unmut freien Lauf und schimpft: „So geht es nicht weiter!“

Erfurt: Straßenmusiker erhebt schlimme Vorwürfe

Auf Facebook meldet sich ein Musiker der Gruppe Piro Zores, die Musik mit Dudelsäcken machen, zu Wort. Und findet klare Worte in Richtung Innenstadtbewohner.

„Habt ihr eigentlich den Knall nicht gehört?“, fragt er. „Ihr wohnt in der Innenstadt und habt nichts besseres zu tun, als uns zu nerven?"

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Dabei beklagt er, dass sich die Menschen die in der Stadt wohnen oder arbeiten zunehmend über zu laute Musik beschweren – aber anstatt das Gespräch zu suchen, direkt das Ordnungsamt verständigen würden. Manche würden sogar auf ihn losgehen.

Zu laute Musik – Schläge angedroht

Dabei soll es wohl auch schon bedrohlich geworden sein. „Wir wurden schon fast verprügelt von irgendwelchen Büro-Fuzzis“, empört sich der Dudelsackspieler weiter.

Dieses Verhalten sei nicht mehr zu ertragen. „Wir spielen doch nur 20 Minuten lang. Und nur samstags in der Stadt – mehr machen wir gar nicht.“ Die Stadt Erfurt erlaubt Straßenmusikern, 20 Minuten lang an einem Ort zu spielen, danach muss der Standort gewechselt werden.

„Verpisst euch aus der Innenstadt“

Sichtlich entrüstet gibt der Musiker seinen Hatern noch einen Tipp auf den Weg: „Wenn ihr kein Bock auf Lärm habt, dann verpisst euch aus der Innenstadt! Das ist bei Stadtfesten oder Weihnachtsmärkten ja dasselbe. Geht zu der Zeit halt woanders hin.“

Reaktionen bei Facebook:

  • Frank: „Ist doch ein Witz, wenn Musiker an den Pranger gestellt werden oder das Ordnungsamt belästigt wird, die Musik zu verbieten.“
  • Yvonne: „Ich wünsche mir gerade mal ein Musikstück mit Dudelsack. Es ist wirklich eine Kunst mit solch einem Instrument, und daher kann ich den Herren verstehen.“
  • Karl: „Etwas arrogant der junge Herr. Im Grunde hat er vielleicht Recht. Aber 'alle Einwohner und Arbeiter der Innenstadt' ist schon etwas anmaßend...“
  • Christian: „Ich arbeite in der Innenstadt und kann nur sagen das die meisten Musiker einfach viel zu laut sind... Und wenn man tag täglich das selbe zu laute hört, kann einem das schon arg auf den Geist gehen.“
  • Michel O.: „Die Musik ist zwar nicht meins aber es gehört zu Erfurt und sollte auch so sein!“

Casting für Straßenmusiker?

Ende Juni hatte die Stadt außerdem verkündet, dass Straßenmusiker künftig eventuell erst ein Casting durchlaufen müssen. Darüber wird derzeit diskutiert.

Dabei gehe es vorrangig darum, die Qualität der Straßenmusik in Erfurt aufzuwerten, indem die Künstler zuerst einer Jury eine Kostprobe geben müssen.

Es gab bereits in anderen Städten in Deutschland ähnliche Verfahren. Zum Beispiel in München. (fno)