Jena: Tatverdächtiger im Mordfall Ramona aus U-Haft entlassen - doch jetzt gibt es eine überraschende Wende

23 Jahre nach dem Mordfall Ramona hatte die Polizei Ende Januar 2019 einen Tatverdächtigen festgenommen.
23 Jahre nach dem Mordfall Ramona hatte die Polizei Ende Januar 2019 einen Tatverdächtigen festgenommen.
Foto: dpa/Michael Reichel

Nach der überraschenden Aufhebung des Haftbefehls durch das Oberlandesgericht in Jena ist der Tatverdächtige in dem 23 Jahre alten Mordfall Ramona wegen eines anderen Falls aus Bayern wieder festgenommen worden.

Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt habe gegen ihn wegen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen Haftbefehl beantragt, sagte die leitende Oberstaatsanwältin Ursula Haderlein am Freitag in Schweinfurt auf Anfrage. Zuvor hatte MDR Thüringen darüber berichtet.

Jena: Tatverdächtiger im Mordfall Ramona aus U-Haft entlassen

Der 76-Jährige war laut Haderlein 1999 in Schweinfurt wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer 15-jährigen Haftstrafe verurteilt worden und danach unter heute noch geltenden Bewährungsauflagen frei gekommen. Er soll gegen ein Kontaktaufnahmeverbot zu Mädchen verstoßen haben. Der Mann aus Sachsen sollte noch am Freitag einem Haftrichter in Zwickau vorgeführt werden.

Das Oberlandesgericht in Jena hatte im Mordfall Ramona keinen dringenden Tatverdacht gegen den 76-Jährigen gesehen und ihn aus der Untersuchungshaft entlassen. Es lägen keine objektiven Spuren und auch kein Geständnis vor, hieß es.

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Tatverdächtiger ist mehrfach vorbestrafter Sexualstraftäter

Die in einem konstruierten Täuschungsmanöver gesammelten Beweise gegen ihn hielten die Richter für nicht verwertbar, da die verdeckten Ermittler ihre Befugnisse überschritten hätten.

Dem mehrfach vorbestraften Sexualstraftäter wird vorgeworfen, im Jahr 1996 die zehnjährige Ramona in Jena umgebracht zu haben. (dpa)