Erfurt: Mann schläft bei Polizei – kurz darauf ist er tot! Das sagt die Staatsanwaltschaft

Der Algerier war im Juli leblos in einer Gewahrsamzelle der Bundespolizei am Hauptbahnhof Erfurt gefunden worden. (Symbolbild)
Der Algerier war im Juli leblos in einer Gewahrsamzelle der Bundespolizei am Hauptbahnhof Erfurt gefunden worden. (Symbolbild)
Foto: Martin Schutt/ZB/dpa

Erfurt. Dieser Fall aus Erfurt hatte für Schlagzeilen und politische Diskussionen gesorgt: Im Juli hatte die Polizei am Erfurter Hauptbahnhof einen Mann aus Algerien festgenommen und ihn der Zelle schlafen lassen. Kurz darauf war er tot.

Erfurt: Mann stirbt im Gewahrsam – Die Vorwürfe:

Ein Notarzt hatte damals entschieden, dass der Algerier am Abend acht Gramm eines Drogenersatzmedikaments zu sich nehmen darf. Das habe er im Beisein eines Polizisten auch getan, so der MDR.

+++ Erfurt: Mann stirbt nach Polizeigewahrsam – Todesursache weiter unklar +++

Demnach sei am späten Abend entschieden worden, dass der Mann aus dem Gewahrsam entlassen werden kann. Weil er so tief geschlafen habe, habe die Bundespolizei in Erfurt aus Fürsorgegründen entschieden, ihn nicht zu wecken.

Mann stirbt im Helios-Klinikum Erfurt

Seine Zelle sei immer wieder kontrolliert worden. Bei einer Kontrolle hätten die Beamten bemerkt, dass der Algerier keine Lebenszeichen mehr zeigt. Trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen sei der Mann später in einem Krankenhaus in Erfurt gestorben.

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Das sagt die Staatsanwaltschaft zu den Vorwürfen

Laut MDR sieht die ermittelnde Staatsanwaltschaft Erfurt keine Anhaltspunkte für eine Straftat bei den betroffenen Bundespolizisten. Daher würden die Vorwürfe der Freiheitsberaubung und der unterlassenen Hilfeleistung auch nicht geprüft.

Warum? Das ist laut MDR immer noch nicht geklärt. Zur Todesursache liefen weitere Ermittlungen, heißt es.