Polizisten sollen Frau missbraucht und vergewaltigt haben – neue schreckliche Details aufgetaucht

Die Polizeiinspektion Gotha im Fokus: Zwei Polizisten sollen eine Frau sexuell missbraucht und vergewaltigt haben.
Die Polizeiinspektion Gotha im Fokus: Zwei Polizisten sollen eine Frau sexuell missbraucht und vergewaltigt haben.
Foto: Bodo Schackow/ dpa

Thüringen. Ein schrecklicher Verdacht steht in Thüringen im Raum: Zwei Polizisten sollen im Dienst eine Frau in ihrer eigenen Wohnung vergewaltigt haben. Die Tatumstände sind mysteriös.

Immer neue Details zur Tat kommen nun ans Tageslicht.

Polizisten aus Thüringen sollen Frau vergewaltigt haben

Zwei Thüringer Polizisten stehen im Verdacht, eine Frau bei einer Wohnungsdurchsuchung gemeinsam sexuell missbraucht und vergewaltigt zu haben. Die Beamten seien weiter in Untersuchungshaft, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt am Donnerstag auf Anfrage.

Polizisten in U-Haft – Vorwurf: Gemeinschaftliche Vergewaltigung

Das Amtsgericht Erfurt hatte Haftbefehle gegen sie erlassen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Beamten gemeinschaftlichen sexuellen Missbrauch in Tateinheit mit gemeinschaftlicher Vergewaltigung im besonders schweren Fall vor.

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) äußerte sich nach Bekanntwerden des Tatverdachts am Mittwoch bestürzt und versprach rasche und gründliche Aufklärung: „Ich hoffe, dass wir schnell Gewissheit haben werden, was genau vorgefallen ist.“

Bei den beschuldigten Polizisten soll es sich nach um Beamte der Landespolizeiinspektion Gotha handeln.

Frau mit mehreren Identitäten von Polizei vergewaltigt?

Die Frau soll einen Tag nach dem sexuellen Übergriff bei einer Aussage die Beamten beschuldigt haben. Anlass für die Durchsuchung soll der Verdacht gewesen sein, dass die Frau falsche Identitäten benutzte. Der Verdacht soll bei einer Polizeikontrolle der Frau entstanden sein, als es auch um ihre Papiere ging.

Die Staatsanwaltschaft will sich zu Details des Falls weiterhin nicht äußern. Es gehe um ein schnelles Ermittlungsergebnis und den Schutz aller an dem Fall Beteiligten, begründete der diensthabende Staatsanwalt die Entscheidung der Ermittlungsbehörde.

Weitere Details bekannt: Versuchte ein Polizist zu fliehen?

Auch zu Angaben aus Sicherheitskreisen, einer der Beamten habe versucht, sich der Verhaftung durch Flucht zu entziehen und es könnte sich bei dem Opfer um eine Bürgerin aus einem anderen EU-Land handeln, machte der Staatsanwalt keine Angaben.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hingegen soll einer der Beamten versucht haben, sich seiner späteren Verhaftung durch Flucht zu entziehen. Die Tatverdächtigen hätten sich beim Haftrichter nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Thüringer Medien berichteten am Donnerstag, die Tat solle sich in oder um Arnstadt (Ilm-Kreis) ereignet haben.

Musste der Mann vor der Wohnung warten?

„Die Tat soll am 28.9.2019 während der Dienstausübung begangen worden sein“, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Sie soll demnach auch detaillierte Angaben zu intimen Körpermerkmalen der Beamten gemacht haben.

Der Nachrichtensender n-tv berichtete, dass während der Durchsuchung ein dritter Polizist gemeinsam mit dem Mann der kontrollierten Frau in der Nähe der Wohnung gewartet haben soll.

Rein rechtlich war die Frau bei der polizeilichen Wohnungsdurchsuchung eine „behördlich Verwahrte“. Im Fall einer Verurteilung drohen den beiden Beamten laut Staatsanwaltschaft Haftstrafen zwischen 3 und 15 Jahren.

Vertrauen in die Polizei geschädigt

Nach Angaben von Innenminister Maier wurden direkt nach Bekanntwerden der Vorwürfe die Staatsanwaltschaft und die Experten für interne Ermittlungen der Landespolizeidirektion eingeschaltet. „Wenn sich der Vorwurf bestätigen sollte, wäre dies nicht nur eine schwere Straftat, sondern würde auch erhebliche dienstrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen“, erklärte der Minister.

Er sprach von gravierenden Vorwürfen, die, sollten sie sich bestätigen, das Vertrauen in die Polizei mindern könnten. Von Polizisten werde erwartet, dass sie sich vorbildlich verhielten.

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Polizei Thüringen meldet sich zu Wort

Der Vorfall zeige, dass die internen Ermittlungen schnell gegriffen und die Polizei konsequent auch gegen eigene Kollegen ermittelt habe, erklärte der innenpolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Dirk Adams. Auch innerhalb der Polizei sorgte der Fall für Entsetzen und Diskussionen, hieß es aus verschiedenen Dienststellen.

So sprach die Polizei Thüringen auf Twitter etwa von großer Betroffenheit und Erschütterung. Und distanziert sich ausdrücklich von solchen Taten. "Der im Raum stehende Vorfall repräsentiert nicht die Thüringer Polizei und wird. sofern er sich bestätigt, angemessene Konsequenzen nach sich ziehen."

(aj/dpa)