Moschee in Erfurt: Malik über Hass-Kommentare – „Als Grundstein bitte eine Splitterbombe“

Der Bau der Moschee in Erfurt hat sich lange verzögert. (Archivbild)
Der Bau der Moschee in Erfurt hat sich lange verzögert. (Archivbild)
Foto: Martin Schutt/dpa

Erfurt. Der Bau der Moschee in Erfurt sorgt weiter für großen Widerstand. Laut waren die Proteste vor und während der Grundsteinlegung im November 2018 auf der Straße zu hören.

Mittlerweile brüllt niemand mehr durchs Megaphon im Erfurter Stadtteil Marbach. Doch dem „Spiegel“ sagte Mohammad Suleman Malik (32), Vertreter der Ahmadiyya-Gemeinde, dass Hetze gegen die geplante Moschee in Erfurt täglich bei ihm eingehen würde.

Die Islamhasser hätten im Endeffekt dafür gesorgt, dass sich der Bau nun deutlich verzögert. Nach Maliks Ansicht schaden sie damit auch der heimischen Wirtschaft.

Moschee in Erfurt: „Als Grundstein bitte eine Splitterbombe“

Demnach richten sich die Hass-Kommentare bei Facebook gegen die Moschee in Erfurt („als Grundstein bitte eine Splitterbombe“) oder auch gegen den Vertreter der muslimischen Gemeinde selbst („der kann froh sein, dass er noch lebt“).

Baufirmen sagten ab – aus Angst

Es hagelte zahlreiche Absagen von Baufirmen aus Angst vor Übergriffen und Anfeindungen gegen Mitarbeiter. Monatelang lag das Projekt deshalb auf Eis. Mehr dazu liest du hier >>>

„Dieser Rechtsruck schadet der heimischen Wirtschaft“, so Malik im „Spiegel“.

Unternehmer packt aus

Für manche Aufträge konnte die Gemeinde in der gesamten Region keinen Bauunternehmer finden. „Manche haben ganz deutlich gesagt, dass sie mit einem Moscheebau nichts zu tun haben möchten“, sagt Malik dem Magazin.

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Ein anderer Unternehmer habe eigenen Angaben zufolge mehrere Aufträge verloren, weil sich herumgesprochen habe, dass er am Bau der Moschee in Erfurt beteiligt sei. Das sei Malik zufolge das Resultat eines Klimas der Angst, das vor Ort herrsche.

Moschee soll im Frühjahr eröffnen

Der stellvertretende Ortsteilbürgermeister (parteilos) sucht trotz allen Ressentiments weiter den Dialog, auch und vor allem mit Gegnern des Moscheebaus.

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Der hat sich wegen der langen Suche nach einem Bauunternehmer verzögert. Aber im Frühjahr soll das Herzensprojekt des 32-Jährigen endlich fertiggestellt sein. (ak)