Erfurt: Solarblume an unsinniger Stelle – so irre verpulvert Thüringen sein Geld

Die Solarblume vor dem Haupteingang des Thüringer Umweltministeriums ist im „Schwarzbuch“ des Steuerzahlerbundes gelandet. (Archivbild)
Die Solarblume vor dem Haupteingang des Thüringer Umweltministeriums ist im „Schwarzbuch“ des Steuerzahlerbundes gelandet. (Archivbild)
Foto: dpa
  • Jedes Jahr listet der Bund der Steuerzahlen Beispiele für die Verschwendung von Steuergeld auf
  • Thüringen ist in diesem Jahr mit zwei Fällen dabei

Erfurt. In Erfurt wird das Geld nahezu buchstäblich in den Sand gesetzt. Das sieht der Steuerzahlerbund so, der eine „Solarsonnenblume“ vor dem Haupteingang des Thüringer Umweltministeriums kritisiert. Denn: Die Blume steht die meiste Zeit im Schatten

Sie sei damit nur auf das Image des grün geführten Ministeriums ausgerichtet und werde nicht zur Stromerzeugung eingesetzt.

Erfurt: Solarblume im Schatten sollte eh keinen Strom produzieren

Der Sprecher des Umweltministeriums, Tom Wetzling, sagte auf Anfrage, die Solarblume sei für die Landesgartenschau 2017 in Apolda angeschafft worden. Ihr Standort vor dem Umweltministerium sei eine Nachnutzung vor allem wegen der Symbolkraft der Solarblume, die für die Energiepolitik des Ministeriums stehe.

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Solarblume statt Skulptur vor dem Ministerium

Beim Öffnen und Schließen versorge sie sich mit ihrem eigenen Strom. Es sei nicht vorgesehen gewesen, diese Anlange für die Stromversorgung des Ministeriums zu nutzen. Anderswo würden Skulpturen vor Ministerien stehen, das Umweltministerium habe sich für die Wiederverwendung der Solarblume entschieden, so Wetzling.

Erfurter Landtag mit sinnlosem Stillzimmer

Ein zweiter Fall in Erfurt ist ebenfall eher aus der Kategorie: Gut gemeint, am Ende aber verzichtbar. Der Steuerzahlerbund sieht in der Einrichtung eines Stillzimmers im Thüringer Landtag die Verschwendung von Steuergeldern. Eine noch so gut gemeinte Maßnahme sei unwirtschaftlich, wenn sie niemand nutze, erklärte der Bund der Steuerzahler Thüringen am Dienstag in Erfurt. Der Landtag hatte das Zimmer im vergangenen Jahr nach anhaltender Kritik am Rauswurf einer Grünen-Abgeordneten mit Baby aus der Parlamentssitzung eingerichtet.

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14.000 Euro für das Stillzimmer, in dem keiner stillt

Die Ausstattung des Zimmers über dem Plenarsaal mit Monitor zur Verfolgung der Plenarsitzung, bequemen Sesseln, Wickelkommode, Telefon und Säuglingspflegemitteln kostete laut Steuerzahlerbund knapp 14 000 Euro. Die betroffenen drei jungen Mütter unter den Landtagsabgeordneten hätten das Angebot jedoch nicht angenommen. Vor Einrichtung des Stillzimmers hätte eine Abstimmung mit den Müttern erfolgen und der Bedarf dafür ermittelt werden müssen.

100 Fälle im „Schwarzbuch“ des Steuerzahlerbundes

Das Stillzimmer ist eines von zwei Thüringer Fällen, welches das am Dienstag in Berlin veröffentlichte „Schwarzbuch“ des Steuerzahlerbundes als Beispiel für Verschwendung auflistet. In der aktuellen Auflage finden sich bundesweit 100 Fälle. (dpa/lin)