Erfurt: Stadt lässt 140 Bäume fällen – Anwohner erschüttert: „dieser Wahnsinn macht mich wütend“

In Erfurt fallen 140 Bäume wegen eines Radweges. Darüber sind die Anwohner ganz und gar nicht begeistert. (Symbolbild)
In Erfurt fallen 140 Bäume wegen eines Radweges. Darüber sind die Anwohner ganz und gar nicht begeistert. (Symbolbild)
Foto: imago images / Schöning

Erfurt. In Erfurt sorgt die Stadt derzeit wieder für Ärger bei einigen Anwohnern. Denn in der Geraaue, in der bereits Anfang des Jahres 600 Bäume wegen einer Umgestaltung gefällt worden, fallen nun nochmal 140 Bäume.

Und das finden die Anwohner in Erfurt gar nicht gut.

Bäume werden in Erfurt gefällt: Anwohner finden das gar nicht gut

Am 28. November geht es los mit den Baumfällarbeiten. Und die Stadt ist sich bewusst darüber, dass die Einwohner das ganz und gar nciht gut finden.

Denn Kommentare wie „Ich wäre mal auf die Begründung gespannt. Wer braucht das?“ oder „So wird der CO2-Anteil reduziert.. Ich habe in der Schule was anderes gelernt“ zeigen eindeutig den Unmut über die Aktion auf.

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Doch die Stadt hat eine Begründung für die unbeliebte Aktion.

„Wir wissen, dass wir keine schöne Nachricht überbringen“, erklärt Sascha Döll, Leiter des Garten- und Friedhofamtes. „Viele Erfurter freuen sich auf das, was im Norden der Stadt entsteht. Dass dafür Bäume fallen, trifft bei vielen auf Unverständnis.“

Bäume müssen für Radweg weichen

Kein Baum werde leichtfertig und aus blinder Bauwut gefällt, bekräftigt der Amtsleiter. Jeder zu fällende Baum wurde vom Garten- und Friedhofsamt begutachtet. Vitale Bäume werden nach Möglichkeit erhalten.

Dafür werden dort, wo es realisierbar ist, auch die Planungen nachträglich geändert. So konnte zum Beispiel der Wegeverlauf südlich des Auwäldchens angepasst werden, sodass entgegen der ursprünglichen Planung eine Hainbuche und eine Kastanie erhalten und zwei weitere Bäume aufwändig verpflanzt werden.

Jeder Baum werde begutachtet

Da, wo Bäume stark geschädigt sind oder unkontrollierter Wildwuchs vorliegt, wird gefällt – und dort, wo es durch entstehende Bauwerke unvermeidbar ist. Im Kilianipark müssen vier Bäume für einen Brückenneubau sowie insgesamt 17 Stämme für den Bau bzw. die Verbreiterung des Gera-Radwegs weichen.

Für jede Fällung werden gemäß Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung Kompensationspflanzungen und darüber hinaus Neupflanzungen innerhalb der Geraaue vorgenommen, die in einem Landschaftspflegerischen Begleitplan verankert sind.

„Wir sind uns bewusst, dass ein junger Baum einen alten nicht von heute auf morgen ersetzt“, erklärt Döll. „Langfristig wird sich die Verjüngung des Baumbestands jedoch positiv auf die CO-Bilanz und das Stadtklima auswirken.“ (fb)