Weihnachtsmarkt Erfurt: Waschbär erschossen – Leute rasten aus! „Sch*** Aktion“

Ein Waschbär lief am Samstag über den Weihnachtsmarkt Erfurt. Nun ist das Tier tot.
Ein Waschbär lief am Samstag über den Weihnachtsmarkt Erfurt. Nun ist das Tier tot.
Foto: Vesselin Georgiev

Erfurt. Mit diesen Reaktionen hat das kleine Kerlchen sicher nicht gerechnet: Ein Waschbär schlich sich am Samstag auf den Weihnachtsmarkt in Erfurt, trank ein paar Reste Glühwein und torkelte bis zu einem Mülleimer. Dort legte er sich später nieder.

Die Feuerwehr in Erfurt sollte ihn einfangen und in ein Tierheim zur Ausnüchterung bringen. Doch so weit sollte es nicht kommen. Ein Jäger erschoss das Tier schließlich im Auftrag der Stadt. Der Grund: Die kleinen Bären stehen nicht unter Naturschutz, dürfen in Thüringen sogar ganzjährig gejagt werden, weil sie in großen Städten eine Plage darstellen.

Weihnachtsmarkt Erfurt: Nach Todesschuss auf Waschbär – Erfurter geschockt

Die Akte Waschbär schlägt hohe Wellen. Nicht nur in Erfurt sind die Menschen entsetzt. Unter dem Facebook-Beitrag von Thüringen24 diskutieren die Nutzer heftig. Fast 200 Kommentare sind nach nur einem Tag eingegangen.

+++Weihnachtsmarkt Erfurt: Betrunkener Waschbär wird erschossen+++

Überwiegend sind diese der Meinung, dass es eine sinnlose Aktion gewesen sei. Der betrunkene Waschbär habe doch niemanden mehr etwas tun können. Warum durfte er nicht seinen Rausch ausschlafen und wurde im Wald ausgesetzt?

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„Einfach nur traurig!“

  • „Scheiß Aktion.... Dem hilflosen Waschbären sowas an zu tun ... Einfach nur traurig!“
  • „Ich finde diese Aktion auch unglaublich, zeigt einmal mehr wie herzlos Menschen sein können.Der Mensch ist dafür verantwortlich, dass der Waschbär sich hier ausgebreitet hat. Nun wird er getötet,weil er unerwünscht ist. Invasiv“
  • „Absolut sinnfreie Aktion“
  • „Oh das ist so traurig.... Der arme Waschbär. Einfach nur erbärmlich.“
  • „Das finde ich sehr traurig, dieser kleine Kerl war doch garnicht mehr in der Lage irgend etwas zu tun. Man hätte ihn doch helfen können, und nach seinem Rausch hätte man ihn wieder ausgesetzt wo ist da das Problem?“
  • „Wie immer entscheidet der Mensch wer leben darf oder nicht. Und die Tiere ziehen immer den kürzeren, welches sie mit ihrem Leben bezahlen“
  • „Seit ich die Menschen kenne liebe ich die Tiere. Der Mensch ist einfach nur grausam gegenüber der Natur.“
  • „Unglaublich“

Doch einige sehen den Waschbär auch als Störenfried. „Habt erstmal einen zu Hause, und lasst ihn sich austoben, dann findet ihr ihn nicht mehr so niedlich“, meint eine Nutzerin verärgert.

„Ja, sie sind putzig, aber...“

Eine andere stimmt ihr zu: „Er machte richtig Schaden. Ja, sie sind putzig, aber sie machen Schaden. Das ganze Dachgebälk vom Anbau vergammelt durch Kot und Urin vom Waschbär.“

Waschbären-Plage in Zahlen

Wie Bußgeldkatalog.org in einer Statistik belegt, wurden in der Jagdsaison 2016/2017 insgesamt 134.098 Waschbären getötet. Zehn Jahre zuvor lag die Anzahl noch bei knapp unter 25.000 Tiere.

Die Population wachse dennoch stetig, weil die Tiere sich mehr fortpflanzen, wenn sie mehr gejagt werden. Bleibt zu hoffen, dass sich nicht noch eins der possierlichen Tiere auf den Erfurter Weihnachtsmarkt schleicht. Nicht dass noch ein Waschbärleben draufgeht. (js)