Linke in Thüringen wählt neuen Geschäftsführer – jetzt hagelt es massive Kritik!

Mathias Günther ist neuer Landesgeschäftsführer der Linken in Thüringen - doch wegen seiner Vergangenheit ist er höchst umstritten.
Mathias Günther ist neuer Landesgeschäftsführer der Linken in Thüringen - doch wegen seiner Vergangenheit ist er höchst umstritten.

Erfurt. Ungeachtet der Kritik aus anderen Parteien hat die Linke in Thüringen einen ehemaligen Inoffiziellen Mitarbeiter der Stasi zum Landesgeschäftsführer gewählt.

Die Delegierten eines Parteitages in Erfurt wählten am Samstag den 57-jährigen Mathias Günther mit 74 Ja- von 129 abgegebenen Stimmen auf diese Position. 37 Delegierte stimmten gegen ihn, 18 Delegierte enthielten sich bei der Abstimmung. Damit erhielt Günther eine Zustimmung von etwa 57 Prozent.

Linke in Thüringen wählt ehemaligen Ex-Stasi-Spitzel

Günther geht mit seiner Stasi-Vergangenheit offen um. Der ehemalige Offizier der DDR-Grenztruppen räumt ein, dass er mit dem Ministerium für Staatssicherheit sowohl dienstlich zu tun hatte als auch, dass er 1986 eine IM-Verpflichtungserklärung unterschrieb.

„Nicht bewusst war mir zu diesem Zeitpunkt das Ausmaß der Überwachungstätigkeit des MfS, das damit verbundene tief sitzende Misstrauen gegenüber der eigenen Bevölkerung und der letztlich Menschen schadende und in der Ausübung ihrer Grundrechte einschränkende, repressive Charakter dieser staatlichen Strukturen“, heißt es in einer persönlichen Erklärung, die er veröffentlicht hatte.

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Andere Parteien üben massive Kritik

An der Personalie hatte es zuvor Kritik vor allem von CDU und FDP gegeben. Der FDP-Landtagsabgeordnete Dirk Bergner etwa hatte während einer Landtagssitzung kürzlich gesagt, die beabsichtigte Wahl Günthers sei ein Ausweis dafür, dass es offenkundig noch einen erheblichen Nachholbedarf in Thüringen bei der Aufarbeitung von SED-Unrecht gebe. (dpa)