Erfurt: Masern-Impfpflicht verschieben? Ärzte schlagen Alarm

Thüringen diskutiert über eine mögliche Verschiebung der Masern-Impfpflicht. (Symbolbild)
Thüringen diskutiert über eine mögliche Verschiebung der Masern-Impfpflicht. (Symbolbild)
Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Erfurt. Die Masern-Impfpflicht ist ein viel diskutiertes Thema. Und nun melden sich auch Ärzte aus Erfurt und der Landesärztekammer Thüringen zu Wort.

So warnt die Ärzte aus Erfurt und anderen Städten vor einer möglichen späteren Einführung der Masern-Impfpflicht unter anderem für Kindergarten- und Schulkinder.

Erfurt: Ärztekammer mit eindringlicher Warnung

Es sei „völlig unverständlich, warum dieser mehr als sinnvolle und notwendige Beschluss zur Impfpflicht verschoben werden soll“, sagte Kammerpräsidentin Ellen Lundershausen mit Blick auf die Sitzung des Bundesrates an diesem Freitag.

Dort steht ein Antrag des Kulturausschusses auf der Tagesordnung, die Impfpflicht um ein Jahr zu verschieben und dafür den Vermittlungsausschuss von Länderkammer und Bundestag einzuberufen. Die Erfolgsaussichten sind nach Einschätzung der Thüringer Staatskanzlei allerdings fraglich.

+++Thüringen: Impfpflicht gegen Masern kommt! Es drohen hohe Strafen+++

Masern-Impfung: Bei Verstoß bis zu 2500 Euro Bußgeld möglich

Nach einem Beschluss des Bundestages vom November soll die Impfpflicht ab März 2020 gelten. Für Kinder, die bereits eine Kita oder die Schule besuchen, muss der Impfnachweis bis Ende Juli 2021 erbracht werden. Bei Verstößen drohen bis zu 2500 Euro Bußgeld.

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Auch das Personal in Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern muss sich künftig gegen die extrem ansteckenden Masern impfen lassen. Weil Länderinteressen berührt sind, muss das Gesetz noch durch den Bundesrat.

Das Votum des Kulturausschusses sei sehr knapp ausgefallen, sagte eine Sprecherin der Staatskanzlei. Hingegen habe sich der bei diesem Thema federführende Gesundheitsausschuss einstimmig gegen eine Anrufung des Vermittlungsausschusses gestellt.

Für eine Überweisung in dieses Gremium wären mindestens 35 Länderstimmen nötig. Die Thüringer Landesregierung selbst will sich voraussichtlich erst im Plenum über sein Abstimmungsverhalten verständigen. (dpa)