Erfurt: „Betrunkener“ Waschbär erschossen – jetzt bekommt er diese kuriose Ehrung

Eine traurige Berühmtheit aus Erfurt: Seinen Weihnachtsmarkt-Besuch bezahlte er mit seinem Leben. Jetzt soll der Waschbär aber in neuer Gestalt wiederkehren. (Symbolbild)
Eine traurige Berühmtheit aus Erfurt: Seinen Weihnachtsmarkt-Besuch bezahlte er mit seinem Leben. Jetzt soll der Waschbär aber in neuer Gestalt wiederkehren. (Symbolbild)
Foto: Michael Frömmert, Lenhard Klimek/dpa

Erfurt. Binnen kürzester Zeit wurde er zu einer Berühmtheit: Der vermeintlich betrunkene Waschbär vom Weihnachtsmarkt in Erfurt. Der Fall sorgte für breites Entsetzen. Jetzt soll dem Tier ein Zeichen gesetzt werden!

Erfurt Weihnachtsmarkt: Toter Waschbär soll unsterblich werden

Anfang Dezember torkelte er orientierungslos über den Fischmarkt in Erfurt. Der Waschbär konnte sich kaum auf den Beinen halten und war fix und fertig. Hatte er etwa zu tief in die Glühweintasse geschaut? So vermuteten es die meisten – so auch die Polizei. Umso größer die Empörung, als bekannt wurde, dass der kleine Räuber erschossen wurde.

Weit über die Stadtgrenzen hinaus wurde über den Fall berichtet. Es wurde weiter spekuliert und diskutiert: Das Tier sei betrunken oder wenigstens krank. Der Abschuss war unnötig oder dringend notwendig. >> Hier ausführlich.

So oder so: Seinen Weihnachtsmarktbesuch hat der kleine Kerl mit dem Leben bezahlt. Doch jetzt soll ein Denkmal seine Geschichte unsterblich werden lassen.

Erfurt Weihnachtsmarkt: Aus Rupfi wird ein Waschbär!

Wie der MDR berichtete, wurde dem Waschbären nämlich ein ganz besonderes Denkmal gewidmet: Eine Holzskulptur. Und die ist aus ganz besonderem Holz geschnitzt!

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Nämlich aus nichts weniger als den Resten des Weihnachtsbaum „Rupfi“!

Der Bad Blankenburger Kettensägerkünstler Florian Lindner alias „Holzflori“ hat sich nach dem Waschbären angenommen. Der Waschbär sei ihm und vielen anderen ans Herz gewachsen, erklärte er gegenüber dem MDR. So kreierte er aus Rupfis Resten die neue Waschbärfigur, die seit Sonntag auf dem Weihnachtsmarkt in Erfurt zu bestaunen ist.

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Weihnachtsmarkt-Waschbär von Erfurt: Geschmacklos oder niedlich?

Besäuselt aber durchaus glückselig blickt der pelzige Gauner unter seiner roten Weihnachtsmütze hervor. In seinen Händen hält er eine Flasche Wein. Auch künftig soll er in dem Märchenwald stehen. Bis 24.12. ist er in diesem Jahr noch zu sehen.

Doch wie in dem Streit um den Abschuss des Tieres, scheiden sich auch hier die Geister der Erfurter. Neben Lob vor allem für die künstlerische Darstellung, hagelt es auch heftige Kritik unter einem Foto der Skulptur, das der MDR auf Facebook postete.

Da heißt es etwa:

  • Ich finde es sehr abwegig mit dem kleinen getöteten Waschbär jetzt noch Werbung zu machen.
  • Profit aus dem Tod zu machen ist doch das letzte. Schämen sollten diese Personen sich.
  • Was für eine super Idee.
  • schöne Figur aber mit einer traurigen Erinnerung!
  • ein Denkmal für das arme Tier ????? Wie blöd ist die Menschheit überhaupt? Erfurt schäme Dich !!!!!!!!!!!!!!
  • Scheinheilige Welt erst abknallen und dann ein Denkmal setzen ihr seid doch nur noch krank
  • Ohhh Leute seid ihr verbittert.... Ist doch ne schöne Geste
  • Ist zwar irgendwie niedlich aber sehr geschmacklos!
  • Auch wenn er krank war, ist das doch eine schöne Erinnerung an diesen Vorfall.
  • so wunderschön!
  • Echt gut gelungen.... Das arme Tierchen
  • ... und so entstehen Legenden
Ernüchterndes Ende des "betrunkenen" Waschbären von Erfurt
Ernüchterndes Ende des "betrunkenen" Waschbären von Erfurt

Wie der MDR klarstellte, hat das Marktamt verboten, die Figur im Märchenwald aufzustellen. Man wolle Kindern die traurige Geschichte seines Todes nicht erklären müssen. (aj)