Erfurt: Reichsbürger will Waffen nicht abgeben – Polizei greift hart durch

Zum Umgang mit Reichsbürgern gibt es Verhaltensmuster für die Polizei. (Symbolbild)
Zum Umgang mit Reichsbürgern gibt es Verhaltensmuster für die Polizei. (Symbolbild)
Foto: Jochen Lübke / dpa

Erfurt.  Die Thüringer Polizei hat einen der „Reichsbürger“-Szene zugerechneten Mann bei Erfurt entwaffnet, der seine Waffen trotz Entzugs des Waffenscheins nicht abgeben wollte.

Bei dem 79-Jährigen aus dem Kyffhäuserkreis bei Erfurt wurden vier Gewehre beschlagnahmt, wie die Deutsche Presse-Agentur am Samstag aus Sicherheitskreisen erfuhr.

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Polizisten hatten am vergangenen Mittwoch in Westgreußen ein Grundstück durchsucht. Das Landratsamt hatte dem Mann vor einiger Zeit den Waffenschein entzogen und ihm eine Frist zur Ablieferung der Schusswaffen gesetzt. Diese habe er nicht eingehalten, hieß es. Nach Ablauf der Frist habe der 79-Jährige die Waffen illegal besessen.

Gangart gegenüber sogenannten Reichsbürgern verschärft

Die Thüringer Behörden haben seit einiger Zeit ihre Gangart gegenüber den sogenannten Reichsbürgern verschärft. In einer Reihe von Fällen haben die Landratsämter Anhängern der Szene den Waffenschein für erlaubnispflichtige Schusswaffen entzogen.

Nach Angaben von Innenminister Georg Maier (SPD) sind die Behörden aufgefordert, gemeinsam mit dem Verfassungsschutz zu überprüfen, ob Besitzer von Waffenscheinen als „Reichsbürger“ in Erscheinung treten. „Reichsbürger“ besäßen nicht die für den Waffenbesitz erforderliche Zuverlässigkeit, sagte er.

Anhänger der zersplitterten Bewegung erkennen die Bundesrepublik Deutschland und ihre Gesetze nicht an und werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Einige werden als rechtsextrem eingestuft. (dpa/fb)