Erfurt: Er tötete ein Kind – und büßt mit Qualen! Sein Angreifer sitzt jetzt noch länger ein

Ein Mann ist in Thüringen im Gefängnis offenbar misshandelt worden. Denn seine Mithäftlinge wussten Bescheid. In Erfurt soll jetzt das Urteil fallen!
Ein Mann ist in Thüringen im Gefängnis offenbar misshandelt worden. Denn seine Mithäftlinge wussten Bescheid. In Erfurt soll jetzt das Urteil fallen!
Foto: dpa

Erfurt/Tonna. Ein Kind hat er dem Gewissen – seine Mithäftlinge wussten Bescheid. Das sollte ihm noch zum Verhängnis werden. Im Gefängnis wurde der Verurteilte selbst zum Opfer. Vor dem Landgericht in Erfurt ist jetzt das Urteil gefallen!

Erfurt: Urteil im Fall von misshandeltem Häftling erwartet

Vor fast sechs Jahren soll es zu dem schweren Übergriff in der JVA in Tonna gekommen sein.

Den Ermittlungen nach, soll der 38 Jahre alte Angeklagte gezielt sein Opfer gewählt haben. Denn er wusste, weswegen es hinter Gittern saß.

2008 war der Angeklagte bereits vom Amtsgericht Erfurt wegen Raubs, Diebstahls und Körperverletzung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt worden.

Vier Jahre später verurteilte ihn das gleiche Gericht wegen gemeinschaftlichen Raubs, gefährlicher Körperverletzung und räuberischer Erpressung zu sechseinhalb Jahren Haft. Und jetzt muss er noch länger sitzen.

Häftlinge verbünden sich gegen Mithäftling

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann gemeinsam mit drei Anderen seinen Mithäftling misshandelt haben soll.

Mit Schlägen und Tritten soll die Gruppe den Mann derart traktiert haben, dass er Prellungen und einen Knochenbruch erlitten hat.

Nach den Misshandlungen hätten die Angreifer ihr Opfer noch ins Bad bringen wollen, sagte der Staatsanwalt schon zum Prozessauftakt im November vergangenen Jahres. Das sei ihnen aber nicht gelungen. Dabei habe der Angeklagte dem Mitgefangenen mehrfach gedroht, ihn umzubringen.

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Prozess in Erfurt: Vorwürfe gegenüber der Justiz

Der Angegriffene gab an, er wisse zwar nicht mehr genau, wer ihn damals wie oft geschlagen und getreten habe. Der Angeklagte sei aber derjenige gewesen, der ihm am häufigsten und am härtesten zugesetzt habe.

Er machte schließlich auch der Thüringer Justiz Vorwürfe. Er habe während des Übergriffs mehrfach auf einen Alarmknopf gedrückt, der in seiner Zelle vorhandenen gewesen sei. „Die Glocke funktionierte nicht.“

Erst später, nach Ende des zehn bis fünfzehn Minuten dauernden Angriffs habe der Knopf funktioniert. Mitarbeiter des Gefängnisses seien zu Hilfe gekommen.

Jetzt soll das letzte Urteil fallen!

Die anderen bei der Attacke involvierten Männer seien bereits verurteilt worden, heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Am Mittwoch wurden am Landgericht Erfurt die Plädoyers gehalten und anschließend auch das Urteil über den Hauptangeklagten gefällt.

Nun ist der Angeklagte zu drei weiteren Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. (dpa, aj)