Erfurt: DIESE Location ist einfach Kult! Doch jetzt das: „Wir stehen vor Trümmerhaufen“

Der "Stadtgarten" in Erfurt: Es war ein Schock für die Kulturlandschaft, dass die Location schließen musste. Jetzt die nächste Hiobsbotschaft.
Der "Stadtgarten" in Erfurt: Es war ein Schock für die Kulturlandschaft, dass die Location schließen musste. Jetzt die nächste Hiobsbotschaft.
Foto: Imago Images/Data73, Stadtverwaltung Erfurt

Erfurt. Nena, Bela B., Sido, Uriah Heep – die unterschiedlichsten Stars haben hier schon auf der Bühne gestanden. Der „Stadtgarten“ in Erfurt galt als eine echte Kultstätte – die Nachricht über sein Aus war ein echter Schock. Umso größer die Freude, als sich endlich ein möglicher Investor gefunden hatte, der sich dem Laden annehmen wollte. Doch jetzt kommt alles anders, sogar die Politik ist geschockt.

Erfurt: „Stadtgarten“ schöpft neue Hoffnung – doch dann passiert DAS

Wie die Stadt Erfurt mitteilte, ist der potentielle Investor jetzt abgesprungen.

„Nach reiflicher Überlegung und nach Abwägung aller Tatsachen" habe die Leipziger Konzertagentur Mawi Abstand vom Erwerb des Objekts in Erbpacht genommen. Die lange Betriebsunterbrechung mache es wirtschaftlich unmöglich, das Objekt wie geplant zu entwickeln.

„Stadtgarten“ in Erfurt: Deswegen ist die Situation so schwierig

Der „Stadtgarten“ hatte Ende des Jahres 2018 seine Pforten schließen müssen. Zwischen den Betreibern und der Stadtverwaltung konnte kein gemeinsamer Nenner mehr gefunden werden – die Auflagen für die Location waren nicht mehr zu stemmen. >> Hier zum ausführlichen Bericht.

Seit über 13 Monaten ist der „Stadtgarten" also nun schon dicht, die Betriebserlaubnis erloschen.

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Auf einen neuen Investor käme vor einer Neueröffnung also einiges zu. „Wegen des schlechten Zustands der technischen Anlagen und wegen mangelnden Brandschutzes müsste eine größere Summe investiert werden“, heißt es von der Stadt. Ansonsten kann von den beteiligten Ämtern keine Betriebserlaubnis erteilt werden.

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Teure Sanierung und Modernisierung nötig

Und wenn diese Hürde erst einmal überwunden sei, müsse der Investor höchstwahrscheinlich sowieso grundsanieren, empfiehlt die Stadtverwaltung. Das sei „für einen hochwertigen und modernen Veranstaltungsort zwingend notwendig“.

Hat der „Stadtgarten“ in Erfurt noch eine Zukunft?

Ob der „Stadtgarten“ in Erfurt je wieder eine Zukunft hat, wird sich noch zeigen.

Das Baudezernat bereitet für den städtischen Kulturausschuss eine Drucksache vor, damit das weitere Vorgehen diskutiert werden kann. Unterdessen hat die SPD-Stadtratsfraktion bereits mitgeteilt, wie schockiert die Nachricht von den Mitgliedern aufgenommen wurde.

SPD: „Wir stehen vor Trümmerhaufen“

„Mit dem Stadtgarten bleibt ein für Erfurt kulturell sehr wertvoller Ort auf längere Zeit unbespielt, wenn nicht schlimmer“, so der SPD-Stadtrat und Vorsitzende Kulturausschusses Dr. Wolfgang Beese.

„Wir stehen vor einem Trümmerhaufen und brauchen schnell Lösungen, um das Ensemble als Kulturstandort zu erhalten. Eine Verwertung für Wohnungsbau oder ähnliches kommt auf keinen Fall in Frage.“

Die SPD-Stadtratsfraktion fordert von der Verwaltung kurzfristig eine vollständige Bestandsaufnahme für das Ensemble und ein schlüssiges Handlungskonzept, mit dem Ziel den Stadtgarten absehbar wieder als Standort der Kultur und der Jugend in Erfurt zu reaktivieren.