Demo in Erfurt: Ausnahmezustand! ++ Tausende starten Protestmarsch ++ Verkehrschaos in der Stadt

Demo in Erfurt: Die Demonstranten haben sich auf dem Domplatz versammelt.
Demo in Erfurt: Die Demonstranten haben sich auf dem Domplatz versammelt.
Foto: imago-images / Karina Hessland

Erfurt. Absoluter Ausnahmezustand in Erfurt! Über 10.000 Menschen aus der ganzen Bundesrepublik ziehen am Wochenende durch die Stadt. Unter der Fahne "Nicht mit uns uns" wird fortgesetzt, was vergangene Woche losgetreten wurde: Ein nicht abreißender Protest gegen die Landespolitik.

Trotz des Rücktritts des Thüringer Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich (FDP) wird am Samstag in Erfurt wieder gegen seine Wahl, die durch AfD-Stimmen möglich wurde, protestiert.

Alles, was DU jetzt wissen musst, erfährst du in unserem Live-Blog:

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Samstag, 15. Februar in Erfurt

15.40 Uhr: Ein Video auf Twitter zeigt, was bei der Demo in Erfurt los ist.

15.15 Uhr: Bahn-Chaos in Erfurt. Die EVAG berichtet, dass es zwischen dem S-Finanzzentrum und Gothaer Platz zu Störungen kommt. Die Linie 2 verkehrt zwischen Ringelberg und Brühler Garten/Lutherstraße; Linie 4 zwischen Wiesenhügel und Domplatz. Pendelverkehr besteht zwischen Bindersleben und Bundesarbeitsgericht.

15.00 Uhr. Vor wenigen Minuten ist der Demonstrationszug am Domplatz losgelaufen. Gegen 17 Uhr sollen alle Beteiligten am Haus der sozialen Dienste angelangt sein, um der Abschlusskundgebung zuzuhören.

Bisher ist die Demonstration friedlich verlaufen.

13.22 Uhr: Wie die „Thüringer Allgemeine“ berichtet, sollen inzwischen mehrere Tausend Menschen auf dem Domplatz versammelt sein, um den ersten Redebeiträgen zu lauschen.

Dort komme es derzeit außerdem zu Verkehrsbehinderungen, weil immer wieder Busse mit Demonstranten eintreffen. Das Parkhaus sei allerdings weiterhin erreichbar.

12.50 Uhr: Kurz vor dem offiziellen Beginn der Demo füllt sich der Dom-Platz in Erfurt mit Menschen und Fahnen.

11.19 Uhr: 10.000 Teilnehmer werden erwartet, viele von ihnen sind jetzt schon unterwegs in die Landeshauptstadt. Bei Twitter berichten Gruppen und Einzelpersonen aus Frankfurt, Berlin, Göttingen und vielen weiteren Städten von ihrer Abreise in Richtung Erfurt.

Andere Twitter-Nutzer berichten, dass der Saalfeld-Zug nach Erfurt voll sei. Ab Bad Blankenburg haben offenbar einige Personen nicht mehr in den Zug hineingepasst.

Freitag, 14. Februar

21.23 Uhr: Die Grünen haben ihre Teilnehme an der Demo bekräftigt. In einer Mitteilung kündigen sie unteranderem Katrin Göring-Eckardt, Vorsitzende der Bundesfraktion, an. Weiter bekräftigen die Thüringer Landessprecher/in Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt und Bernhard Stengele: „CDU und FDP haben zusammen mit der AfD einen Ministerpräsidenten gewählt. Das ist eine historische Zäsur, ein Tabubruch. Damit ist ein bisher bestehender, demokratischer Konsens zerstört. Einen Pakt mit Faschist*innen darf es nicht geben - nicht offen, nicht geheim, nicht schleichend. Darum gehen wir am Samstag in Erfurt auf die Straße. Wir demonstrieren für die Demokratie und gegen Faschismus.“

16.48 Uhr: Auch die muslimfeindliche Bürgerbewegung „Erfurt zeigt Gesicht“ hat eine Veranstaltung für Samstag angekündigt. Von 14 bis 17 Uhr wollen sich die Teilnehmer zu einer Mahnwache am Angerdreieck treffen,

Demo in Erfurt: Das ist die Route

16.17 Uhr: Über die Großdemo in Erfurt wird in den sozialen Medien unter anderem unter den Hashtags: #ef1502, #nichtmituns #dd1502 und #unteilbar berichtet.

Die Route verläuft wie folgt: Domplatz – Lauentor – Maximilian-Welsch-Straße – Bonemilchstraße – Bonifaciusstraße – Walkmühlenstraße – Dalbergsweg – Karl-Marx-Platz – Neuwerkstraße – Anger – Bahnhofstraße Juri-Gagarin-Ring – Haus der sozialen Dienste

15.56 Uhr: Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat das Programm für die Großdemo in Erfurt veröffentlicht. Neben Redner aus Gewerkschaften, der Politik und Religion werden auch Musikacts auftreten.

Das Demo-Programm am Samstag

12 Uhr Start Zubringer-Demo vom Erfurter Hbf zum Domplatz

12.30 Uhr | DJ und Vorankündigung des Programms

13 Uhr | Offizieller Beginn der Veranstaltung Corinna Hersel (ver.di) - Begrüßung

  • Rede Stefan Körzel, DGB Bundesvorstand
  • Rede Jörg Köhlinger, IG Metall Bezirksleitung
  • Musikact Shaniqua
  • Rede Jüdische Gemeinde - vertreten durch Romy Arnold (Mobit)
  • Rede Probst ev. Kirche Mitteldeutschland, Propst Dr. Christian Stawenow
  • Rede Suleman Malik, Ahmadyya Gemeinde
  • Musikact Alan Bern, Dan Khan
  • Rede Thomas Jakob (Bürgerinitiative gegen Rechts)
  • Rede Moritz Fromm
  • Rede Pia Oelsner (FFF Erfurt)
  • Rede WannWennNichtJetzt - Thüringen
  • Rede "Frauenkampftag/Frauen+StreikThüringen als landesweite Vernetzung"
  • Musikact Irie Revolte - Pablo
  • Rede Jose Paca
  • Rede Jibran Khalil
  • Rede Esther Bejerano / VVN BdA

14.30 Demobeginn

16.30 Abschluss

13.11 Uhr: Für die Großdemo am Samstag in Erfurt hat der Deutsche Gewerkschaftsbund eigens Shuttle-Busse eingerichtet, die die Teilnehmer auf Hessen nach Erfurt bringen sollen.

13. 05 Uhr: Zahlreiche Wissenschaftler der Universität Erfurt fordern, den Linke-Politiker Bodo Ramelow erneut zum Thüringer Ministerpräsidenten zu wählen – und so den Weg für Neuwahlen noch in diesem Jahr frei zu machen. Ramelow solle von Linken, SPD, Grünen, CDU und FDP nicht als Parteipolitiker, sondern als Wegbereiter für Neuwahlen unterstützt werden, heißt es in einem Schreiben, das von mehr als 150 Professoren und Lehrenden unterzeichnet wurde. Ein solches Vorgehen sei „ein klares und deutliches Signal zur Stärkung unserer Demokratie“.

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Verkehrschaos in Erfurt erwartet

11.58 Uhr: Die Verkehrsbetriebe von Erfurt infomieren: „Aufgrund der Großdemonstration in der Innenstadt kommt es am Samstag zu Einschränkungen auf den Stadtbus-Linien 9, 51, 60 und 90 sowie im gesamten Stadtbahnverkehr.

Gegen 13.30 Uhr soll die Dema auf dem Domplatz beginnen. Zwischen 12 und 13 Uhr sind die Demonstranten dann zwischen Hauptbahnhof, Anger und Fischmarkt zum Domplatz unterwegs. Dort werden ca. 10.000 Teilnehmer erwartet. Im Anschluss an die Kundgebung bewegt sich der Demonstrationszug vom Domplatz zur Staatskanzlei.

Deshalb ist in der Zeit von 12 bis 16 Uhr mit erheblichen Verspätungen und Umleitungen im Linienverkehr zu rechnen. Fahrgäste werden um Verständnis gebeten.“

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DGB ruft zur Großdemo in Erfurt auf – 10.000 Teilnehmer erwartet

10.48 Uhr: Seit dem Thüringen-Beben um die Wahl von Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten reißen die Proteste nicht ab. Und jetzt soll es noch eine Nummer größer werden.

Der DGB hat die Kundgebung in Erfurt angemeldet, zu der ein Bündnis zahlreicher Verbände und Organisationen bundesweit unter dem Motto „#Nichtmituns: Kein Pakt mit Faschist*innen - niemals und nirgendwo!“ aufgerufen hat.

Großdemo in Erfurt: Start 13 Uhr am Domplatz

Die Demonstration soll auf dem Domplatz in Erfurt starten, nach einer Auftaktkundgebung wollen die Demonstranten durch Teile der Innenstadt ziehen. Aus der Bundespolitik hat Linken-Chefin Katja Kipping ihre Teilnahme angekündigt.

Die Demonstration werde nicht das Ende der gesellschaftlichen Proteste gegen die Wahl sein, sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Bezirk Hessen-Thüringen, Michael Rudolph in Erfurt. Die Veranstalter erwarten nach eigenen Angaben mehrere Tausend Teilnehmer.

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Thüringen-Wahl sorgt deutschlandweit für Entsetzen

09.16 Uhr: Der FDP-Politiker Thomas Kemmerich war nach drei Tagen im Amt es Ministerpräsidenten zurückgetreten. Schon unmittelbar nach seiner Wahl zum Thüringer Ministerpräsidenten waren deutschlandweit Menschen auf die Straße gegangen, unter anderem in Erfurt, Jena, Leipzig, Magdeburg, Berlin, München und Hamburg.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Bezirk Hessen-Thüringen, Michael Rudolph sagte, indem FDP und CDU bei der Wahl Kemmerichs gemeinsam mit der AfD gestimmt hätten, sei der antifaschistische Konsens zerbrochen, der in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gelebt worden sei.

Ein Sprecher der „Initiative Schwarze Menschen in Deutschland“, Konrad Erben, sagte, er sei entsetzt über die Umstände der Wahl Kemmerichs. „Das war für uns mehr als ein Tabubruch.“ Der Vorfall zeige, wie weit die Gesellschaft in Deutschland inzwischen nach rechts gerückt sei. Gegen diesen Rechtsruck müssten die demokratischen Parteien, aber vor allem auch die Zivilgesellschaft ankämpfen, sagte Anna Spangenberg vom Bündnis #unteilbar.

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Demo in Erfurt angekündigt: Deutschlandweiter Aufruf

01. 51 Uhr: Der Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) hat eine Kundgebung in Erfurt angemeldet, zu der ein Bündnis zahlreicher Verbände und Organisationen bundesweit unter dem Motto „#Nichtmituns: Kein Pakt mit Faschist*innen - niemals und nirgendwo!“ aufgerufen hat.

Die Demonstration soll auf dem Domplatz in Erfurt starten, nach einer Auftaktkundgebung wollen die Demonstranten durch Teile der Innenstadt ziehen. Aus der Bundespolitik hat Linken-Chefin Katja Kipping ihre Teilnahme angekündigt.

(aj mit dpa)