Erfurt: Wirbel um dieses Plakat – Linke und Suleman Malik beziehen Stellung

Diese vermeintliche Plakat von Bodo Ramelow und Mohammad Suleman Malik sorgt im Netz für Wirbel.
Diese vermeintliche Plakat von Bodo Ramelow und Mohammad Suleman Malik sorgt im Netz für Wirbel.
Foto: Mohammad Suleman Malik

Erfurt. „Skandalös“ und „Finde ich zum Kotzen“, so wütend reagieren derzeit einige Bürger aus Erfurt. „Zeit auf die Straße zu gehen und mit den Füßen abzustimmen!“ , ruft ein anderer auf. Wozu er da genau aufruft, bleibt ebenso fragwürdig wie die restlichen Stimmen.

Fragwürdige Stimmen zu einem fragwürdigen Bild, das auf Facebook und Twitter die Runde gemacht hat.

Das Foto, es trifft allerdings genau den Nerv der Follower. Denn die sind Anhänger der offen muslimfeindlichen Bürgerinitiative „Erfurt zeigt Gesicht“ und die hat ein Bild geteilt, das auf nur eines hindeuten kann:

„Die GROßEN Ziele von Ramelow und der Thüringer Ahmadiyya-Gemeinde unter Malik“, so ist sich der Verfasser der Zeilen sicher und spricht von einer „skandalösen politischen Aufklärung“.

Erfurt: Merkwürdiges Foto verbreitet sich auf Facebook und Twitter

Seit einer Woche ist das Bild auf der Facebook-Seite von „Erfurt zeigt Gesicht“ nun schon online. In dieser Zeit haben über 3.500 Menschen auf den Post reagiert – von Kommentaren über Reposts, bis hin zu wütenden Smileys.

Das Foto zeigt ein Plakat, das angeblich in Erfurt-Büßleben irgendwo einen Wegesrand zieren soll. Es mutet wie ein Wahlplakat der Linken an. Darauf zu sehen: Der da noch amtierende und lächelnde Ministerpräsident Bodo Ramelow mit einem Koran in der Hand an der Seite von Mohammad Suleman Malik, dem Sprecher der Ahmadiyya Gemeinde Thüringen.

Plakat in Erfurt: „Bis jedes Dorf eine Moschee hat“

In weißen Lettern steht auf rotem Grund: „Bis jedes Dorf eine Moschee hat“.

Das soll also der wahre Plan sein, den die Politik in Thüringen und vor allem die Ahmadiyya-Gemeinde umsetzen will, so liest sich der Vorwurf von „Erfurt zeigt Gesicht“. Und das obwohl der geplante Moschee-Bau in Marbach schon auf so viel Widerstand stößt.

Aufmerksame Social-Media-Nutzer haben jedoch das Recherchezentrum Correctiv kontaktiert, die seit neuestem auf Facebook Behauptungen auf Fake und Fakten checken. Und das Ergebnis?

+++ Karneval in Thüringen: Mundverbot für Politiker – Veranstalter hat die Nase voll! +++

Ominöses Wahl-Plakat in Erfurt: Ein Fake, ABER...

Das Foto ist gefälscht... Zumindest zum größten Teil.

Denn die Abbildung von Bodo Ramelow mit Suleman Malik ist durchaus ein echtes Foto. Aber ein solches Wahlplakat offiziell nie gegeben! Und das Zielvorhaben, in jedem Thüringer Dorf eine Moschee zu bauen sowieso nicht, wie der Suleman Malik und die Linke dem Correctiv-Team versichern.

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Der auf dem Plakat zitierte Satz, stammt jedoch tatsächlich von dem Sprecher der Ahmadiyya-Gemeinde.

Der fiel im Zusammenhang als Suleman Malik über Twitter darüber berichtete, das Unbekannte Anti-Moschee-Sticker verteilten. Jedoch beteuert Malik gegenüber Correctiv, sein Tweet sei als „Jetzt erst Recht!“-Reaktion zu verstehen und nicht als tatsächliches Ziel.

Bewertung: Foto ist größtenteils falsch

Die Bewertung des Rechercheteams lautet demnach: „Größtenteils falsch. Das Plakat ist eine Fälschung. Es stammt nicht von der Ahmadiyya-Gemeinde oder den Linken in Thüringen.“ >> Hier könnt ihr die ausführliche Bewertung lesen.

Am Samstag demonstrierten Menschen in Erfurt unter der Fahne "Nicht mit uns uns" gegen die Landespolitik. Mehr dazu liest du >>> hier <<<. (aj)