Erfurt: TV-Wagen am Anger – DIESE Talkshow wird hier gedreht

Da staunten einige in Erfurt nicht schlecht, als plötzlich mehrere Wagen des WDR auftauchten.
Da staunten einige in Erfurt nicht schlecht, als plötzlich mehrere Wagen des WDR auftauchten.
Foto: Thüringen24; imago images / Ralph Peters

Erfurt. Große Fragezeichen in Erfurt hat am Dienstag ein TV-Aufzeichnungswagen am Anger bei einigen Passanten aufgeworfen.

Mitten auf dem Anger stand am Dienstag ein großer Aufzeichnungswagen für eine öffentlich-rechtliche Fernsehproduktion. Aber halt! Etwas war anders dieses Mal – wollte da jemand den Menschen in Erfurt ein „W“ für ein „M“ verkaufen?

Statt dem MDR waren es Wagen des WDR. Doch was hat der Westdeutsche Rundfunkt in Erfurt zu suchen? Schließlich gehört die Stadt nun wirklich nicht zu seinem Kerngebiet.

WDR dreht in Erfurt - das ist der Grund

Die Auflösung: Der WDR produziert nicht für sich selbst, sondern für die ARD. Die ist mit einem neuen Sendeformat zu Gast.

Dabei geht es um das Format „Maischberger vor Ort“. In der Sendung will Moderatorin Sandra Maischberger „die politische Debatte zu den Menschen in die Regionen“ bringen. Drei Stationen sind dabei geplant. Zuerst macht die Moderatorin dabei in Erfurt halt.

Am Mittwochabend um 22.45 Uhr wird die Sendung auf der ARD ausgestrahlt. Allerdings nicht live – deswegen standen die WDR-Trucks bereits einen Tag vor der Ausstrahlung mitten in der Erfurter Innenstadt. Dass der erste Stopp in Thüringen stattfindet, ist dabei sicher kein Zufall. Nach der Thüringen-Wahl und dem Kemmerich-Desaster ist die politische Lage wohl in kaum einem anderen Bundesland aktuell so angespannt.

Diese Gäste sind dabei

Deswegen stünden laut Ankündigung der ARD auch folgende Fragen im Raum: „Ist es richtig, die Linkspartei und die AfD in einen Topf zu werfen, wenn es um die Frage der Zusammenarbeit geht? Welche Folgen haben die Ereignisse für das Vertrauen in die Parteien? Haben die Bundesparteien in Berlin zu wenig Verständnis für ostdeutsche Besonderheiten?“

Um sie zu diskutieren, nehmen drei Politiker und Politikerinnen sowie ein Politikwissenschaftler an „Maischberger vor Ort“ teil:

  • Katja Kipping, Die Linke (Bundesvorsitzende)
  • Tino Chrupalla, AfD (Bundesvorsitzender)
  • Mario Voigt, CDU (Fraktionsvorsitzender Thüringen)
  • Als Experte: der Erfurter Politikwissenschaftler André Brodocz

Vor allem um die Einladung von AfD-Mann Tino Chrupalla hatte es im Vorfeld jedoch mächtig Wirbel gegeben.

Kontroverse um Einladung von AfD-Politiker

So gab es Kritik an der generellen Entscheidung wenige Wochen nach dem rechtsextremen Anschlag in Hanau Rechtspopulisten ein öffentliches Forum und eine Bühne zu bieten. Maischberger erklärte darauf: „Vertreter der AfD generell nicht mehr einladen zu wollen, lässt sich in unserer Demokratie nicht begründen.“

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Mehr Wirbel sorgte allerdings eine Anschuldigung von Suleman Malik, Sprecher der Ahmadyyia-Gemeinde in Erfurt. Er warf der Sendung vor, nach einer Einladung wegen Tino Chrupalla wieder ausgeladen worden zu sein.

Die Redaktion bestätigte wenig später eine Einladung, jedoch sei Malik als Zuschauer eingeladen worden, nicht als Podiums-Gast. Mehr zu dem Fall liest du >>>hier.