„Maischberger“ in Erfurt: Gerade SIE bringt AfD-Chef in Verlegenheit – „Warum fördern Sie diese Hetze?“

AfD-Chef Tino Chrupalla stellt sich bei „Maischberger vor Ort“ in Erfurt den Fragen der Thüringer. Besonbders eine Frage hatte es in sich.
AfD-Chef Tino Chrupalla stellt sich bei „Maischberger vor Ort“ in Erfurt den Fragen der Thüringer. Besonbders eine Frage hatte es in sich.
Foto: dpa/screenshot ARD

Erfurt. Die Thüringen-Krise hat in den letzten Wochen ganz Deutschland beschäftigt. Doch das Thema ist noch nicht durch: Die ARD hat es mit dem neuen Format „Maischberger vor Ort“ nun erneut – in Erfurt – aufgegriffen.

Am Anger in Erfurt stellten sich deshalb die Bundesvorsitzende der Linken, Katja Kipping, AfD-Bundesvorsitzender Tino Chrupalla und CDU-Fraktionschef in Thüringen, Mario Voigt, den Fragen der Thüringer. Als Experte war außerdem der Politikwissenschaftler André Brodocz dabei.

Menschen aus Thüringen waren explizit im Vorfeld eingeladen worden, um ihre persönlichen Fragen an die Politiker zu stellen. Als eine Frau aus Afghanistan, die seit vier Jahren mit ihrer Familie in Erfurt lebt, das Mikrofon erhält, wird es ganz still im Saal.

Erfurt: „Maischberger vor Ort“ – Frau mit bedrückender Aussagen: „Fühle mich nicht mehr sicher“

„Seit der letzten Wahl fühle ich mich nicht mehr sicher in Erfurt“, schildert sie. Die Afghanin erzählt kurz von der Situation in ihrem Heimatland, und wie bedrückend es für sie sei – endlich in Deutschland angekommen – erneut diskriminiert zu werden. Dann fragt sie AfD-Chef Chrupalla ganz direkt: „Warum fördern sie mit Ihrer Politik diese Hetzte?“

Tino Chrupalla wirkt tatsächlich einen kurzen Moment verlegen, schaut zur Seite, antwortet aber dann: „Ich fördere nicht die Hetze oder die Mobilmachung gegen Andersdenkende, das macht auch nicht die AfD. Wir stehen kritisch zu einigen Punkten, die die Migrationspolitik angehen, das werden wir auch weiter kritisch beim Namen benennen. [...] Aber alle Menschen in diesem Land – egal welcher Hautfarbe und Religion – sollen hier sicher leben können.“

Moderatorin Sandra Maischberger lässt ihn mit dieser Antwort aber nicht so einfach davonkommen.

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Maischberger: „Wie ehrlos ist Herr Höcke?“

Sie hakt nochmal nach: „Sie haben in einem Brief geschrieben, wer sich rassistisch über Ausländer und fremde Kulturen äußert, handelt ehrlos und unanständig und damit gegen Deutschland un die AfD – wie ehrlos handeln dann Frau Weidel, Herr Gauland und Herr Höcke?“

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Damit spielt sie auf Begriffe wie „Kopftuchmädchen“ oder „Messermänner“ an, die von AfD-Abgeordneten in Bezug auf Ausländer und den Islam genannt wurden.

Chrupalla rechtfertigt: „Mittlerweile haben wir diesen Diskurs in allen Parteien. [...] Wir müssen alle abrüsten, um den inneren Frieden in diesem Land zu gewährleisten.“ Wer sich verächtlich äußere, werde auch aus der AfD ausgeschlossen. Bei diesen Worten hört man Gelächter aus dem Publikum – und Sandra Maischberger setzt nach: „Dann warten wir darauf, dass sie mit Frau Weidel, Herrn Gauland und Herrn Höcke reden, sorry.“

Muslim aus Erfurt ausgeladen

Im Vorfeld der Sendung hatte es bereits Wirbel um die Gesprächsteilnehmer gegeben. Der Muslim Suleman Malik aus Erfurt sei ausgeladen worden, und an seiner Stelle dann der AfD-Mann Chrupalla eingeladen worden. Malik schrieb auf Twitter „Ich – Muslim und direkter Betroffener der rassistischen Hetze der AfD wurde von #maischberger ausgeladen.“ >>>Mehr dazu hier!

Mehr zur Thüringen-Krise kannst du >> hier << nachlesen. (fno)