Erfurt: Initiativen fordern Umbenennung von Straße – aus diesem Grund

Eine Straße im Erfurter Norden soll umbenannt werden.
Eine Straße im Erfurter Norden soll umbenannt werden.
Foto: imago images / Google Maps, Montage TH24

Erfurt. In Erfurt ist es ein bekannter Ort: Das Nettelbeckufer auf der gegenüberliegenden Seite vom Nordbad an der Gera sorgt jetzt jedoch für Aufregung.

Gleich zwei Initiativen fordern die Umbenennung der Straße. Die Gründe sind schwerwiegend.

Erfurt: Deshalb soll das Nettelbeckufer umbenannt werden

Die Organisationen „Decolonize Erfurt“ und „Initiative Schwarze Menschen in Deutschland“ machen sich für eine Umbenennung stark. Der Grund: Namensgeber der Straße ist der preußische Seefahrer Joachim Nettelbeck. Dieser war am transatlantischen Versklavungshandel beteiligt und trieb das Kolonial-Bestreben in Preußen voran.

Neuer Namensgeber solle nun ein echtes Vorbild „für das demokratische Versprechen von Freiheit, Gleichheit und Solidarität“ werden, fordern die Initiativen in einem offenen Brief. Bald schon solle die Straße daher „Gert-Schramm-Ufer“ heißen.

Gert Schramm wurde 1928 am Nettelbeckufer 15 geboren. Weil er dunkelhäutig war, wurde er mit 14 Jahren von den Nationalsozialisten verhaftet und später ins Konzentrationslager in Buchenwald verschleppt, welches er überlebte. Zu DDR-Zeiten war Schramm der erste, der ein privates Taxiunternehmen gründete.

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Das „Gert-Schramm-Ufer“ wäre die erste Straße in Erfurt, die nach einem dunkelhäutigen Menschen benannt wäre, so die Initiatoren. Anfang April soll ein offizieller Antrag bei der Stadtverwaltung zur Umbenennung der Straße gestellt werden.