Corona Erfurt: Professor über Hamsterkäufe – „Nicht dumm...“

Corona in Erfurt: Hamsterkäufe sorgen für leere Regale in den Supermärkten. (Symbolbild)
Corona in Erfurt: Hamsterkäufe sorgen für leere Regale in den Supermärkten. (Symbolbild)
Foto: imago images / Frank Sorge

Erfurt. Kein Klopapier, keine Nudeln, kein Mehl: Weil die Menschen zu Zeiten der Corona-Krise Einkäufe hamstern, sind leere Supermarktregale auch in Erfurt derzeit keine Seltenheit.

Manche machen im großen Stil mit, andere stehen den Hamsterkäufe kritisch gegenüber. Prof. Dr. Tillmann Betsch, Verhaltensforscher an der Universität Erfurt, erklärt, was dahinter steckt – und empfiehlt, wie du dich jetzt verhalten solltest.

Uni Erfurt: Professor verteidigt Hamsterkäufe wegen Coronavirus

„Hamster sind nicht dumm. Sie sorgen vor. Für schlechte Zeiten“, sagt der Professor. Die Menschen würden es den Nagetieren bereits seit Jahrhunderten gleichtun. Daher sei es nicht verwunderlich, dass sie auch während der Corona-Krise Vorräte anlegen.

Besonders extrem sei es derzeit, weil niemand absehen könne, welche Maßnahmen noch auf die Menschen in Deutschland zukommen und wie lang die Krise anhalten werde. Deswegen lasse sich im Moment schlecht planen, welche und wie viele Vorräte wirklich nötig seien.

Wegen dieser Unberechenbarkeit treffen die Menschen laut Professor keine rationalen Entscheidungen, sondern lassen sich mehr durch Gefühle oder diffuse Ängste leiten – und kaufen mehr, als eigentlich nötig wäre.

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Leere Regale suggerieren Mangel

Deswegen komme es vor, dass manches Supermarktregal leer stehe. Das führe zu einer Art Teufelskreis: „Ist dann ein Produkt mal ausverkauft, suggeriert dies einen Zustand des Mangels, der in Wahrheit gar nicht besteht“, erklärt Betsch. Das wiederrum führe zu Angst, selbst nicht genug vorrätig zu haben, und das münde schließlich in weiteren Hamsterkäufen.

Die gute Nachricht des Experten: „In der Regel enden die Krankheitsverläufe nicht tödlich“ – und daher sei es laut dem Newsportal der Uni Erfurt unwahrscheinlich, dass es eng werde in Sachen Lebensmittelproduktion. Extreme Hamsterkäufe schüren demnach mehr Angst, als dass sie wirklich notwendig wären. (vh)