Erfurt: Alleinerziehender Vater klagt an – „Wann wird uns endlich geholfen??“

Marcel Sturz aus Erfurt und seine Tochter verbringen jeden Tag an der frischen Luft – im hauseigenen Sandkasten oder beim Fahrradfahren. (Symbolbild)
Marcel Sturz aus Erfurt und seine Tochter verbringen jeden Tag an der frischen Luft – im hauseigenen Sandkasten oder beim Fahrradfahren. (Symbolbild)

Erfurt. Die Ausbreitung des Coronavirus trifft nicht nur die Wirtschaft heftig. Vor allem ärmere Menschen bekommen es zu spüren. Ein Vater aus Erfurt bekommt Hartz 4. Er ist alleinerziehend, findet keine Arbeit. Beim Jobcenter Erfurt hat er um Hilfe gebeten. Doch das hat eiskalt abgelehnt.

Marcel Sturz (35) ist alleinerziehender Vater einer Tochter (5). Josephine geht wie die meisten Kinder in die Kita. Und da fängt das Problem an. Marcel findet keine Arbeit, die mit den Betreuungszeiten der Kita harmonieren. Der gelernte Glasreiniger hat außerdem keinen Führerschein. Da fällt die Jobsuche schwer. Er ist auf Hilfe vom Staat angewiesen.

Erfurt: „Kann ich schlecht für eine ganze Woche einkaufen“

Gerade einmal 242 Euro bleiben nach Abzug der Miete der kleinen Familie aus Erfurt, davon 150 Euro für Lebensmittel. Dass das für zwei Person verdammt wenig ist, dürfte klar sein. Und gerade jetzt, wo während der Corona-Krise gehamstert wird und die günstigen Produkte alle weggekauft wurden, trifft es die beiden sehr hart.

„Wir sind vor der Corona-Krise täglich zusammen einkaufen gegangen und haben frisch gekocht. Das geht jetzt nicht mehr.“ Oftmals gibt es jetzt nur noch Tiefkühl-Pizza und Nudeln. Dem Familienvater fällt es außerdem schwer, einen Vorrat anzuschaffen. „Da ich kein Auto habe, kann ich schlecht für eine ganze Woche einkaufen. Auch fehlt das Geld.“

Jobcenter Erfurt: Vorrat muss zusammengespart werden

Aus der Not heraus hat er sich an das Jobcenter in Erfurt gewendet. Hat um ein zinsloses Darlehen in dieser Krisen-Situation gebeten. Zwei Tage später lag der Ablehnungsbescheid im Briefkasten. „Man lässt uns im Stich. Menschen, die aktuell ihren Job verlieren, denen hilft der Staat. Und wann wird uns endlich geholfen?“

In der Absage wird folgender Grund genannt: „Das Bundesministerium verwies bereits darauf, dass die Bevorratung aus dem Regelsatz angespart werden müsse. Unabhängig davon rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe generell zu einer privaten Notfallvorsorge. Neu ist das nicht, gesonderte Maßnahmen gibt es für das Coronavirus keine. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Ausgaben nicht auf einmal vorgenommen werden müssen, sondern der Vorrat nach und nach aufgebaut werden kann.“

Doch wie soll man, wenn man gerade einmal genug Geld hat, um über die Runden zu kommen, noch aus diesen Mitteln einen Vorrat zusammensparen?

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Vater aus Erfurt wehrt sich

Marcel will Widerspruch gegen den Bescheid einlegen. Sein Vater hilft ihm dabei. „Er ist ebenfalls Rentner und kann uns nicht finanziell unterstützen. Auch kann ich meine Tochter nicht zu ihm geben, um zu arbeiten. Mein Vater ist Krebspatient.“

Derzeit lebt die kleine Familie aus Erfurt von einem Tag zum nächsten. Gemeinsame Ausflüge zum Sandkasten, natürlich nur zu zweit, sowie Brettspiele beschäftigen die kleine Josephine.

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Noch ein paar Tage müssen sie durchhalten, dann ist wieder Geld auf dem Konto. Mal sehen, wie lange es diesmal reicht... (ldi)