Bodo Ramelow im MDR-Talk – bei dieser Frage reißt ihm der Geduldsfaden: „Ich hab keine Lust, dass...“

In Thüringen gilt ab Freitag Maskenpflicht. Doch eine Sache irritiert Bodo Ramelow.
In Thüringen gilt ab Freitag Maskenpflicht. Doch eine Sache irritiert Bodo Ramelow.
Foto: imago images/pictureteam

Erfurt. Thüringen lockert in kleinen Schritten, Stück für Stück, die Corona-Maßnahmen: Seit Montag sind Geschäfte mit einer Fläche bis 800 Quadratmeter Größe wieder offen und auch Abiturienten gehen wieder zur Schule. Doch weiterhin leiden ganze Wirtschaftszweige enorm unter den Schließung. So beispielsweise die Gastronomie.

In der MDR-Sendung „Fakt ist!" konnte die Erfurter Starköchin Maria Groß Ministerpräsidenten Bodo Ramelow unmittelbar ihr Leid klagen. Sie betreibt das Restaurant Bachstelze direkt an der Gera.

Sie würde sich wünschen, dass zumindest du Außenbereiche wieder öffnen dürfen. Um dies vorsichtig anzugehen, müssten sich Gesundheitsamt, Politiker und Gastronomen an einen Tisch setzen und einen Plan schaffen, findet Groß. „Es gibt Möglichkeiten, dass man Außenbereiche öffnen kann“, ist sich die Köchin sicher. Sie stellt sich zum Beispiel einen staatlich geprüften Hygieneprüfer vor, der wie eine Bodyguard die Gäste korrigiert.

Bodo Ramelow versetzt Gastronomen einen Dämpfer

Bodo Ramelow verpasst der Köchin und der Gastronomie mit seiner Antwort einen Dämpfer. Das Land beginne gerade erst Konzepte zu entwerfen, noch werden Erfahrungen gesammelt. Dies zeige die geplante Eröffnung von Friseuren, bei denen zahlreiche Hygieneregeln zu beachten seien. Der Thüringer Ministerpräsident will sich nicht auf eine Diskussion einlassen, wie die Lockerung in jeder Branche gehandhabt werden könnten.

Vielmehr liege ihm am Herzen, dass darüber gesprochen wird, warum auch weiterhin eine Gefahr besteht. Er versichert: „Ich habe keine Lust, dass zu vollziehen, was wir gerade vollziehen.“ Er möchte den Menschen Bilder wie in Bergamo ersparen, auf denen Armee-Laster zu sehen waren, die massenweise Tote abtransportieren.

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Der Politiker verdeutlich das Problem in der Gastronomie: „Die Frage in der Gastronomie, ob und wo man auf die Toilette geht und ob man dann die Klinke in die Hand nimmt und ob man dann an der Klinke eventuell das weitergegeben bekommt, was wir alle nicht wollen – das sind die Fragen, die wir absolut exakt klären.“

Wenn sich die Bürger nicht an die Vorgaben halten möchte er „das Geschrei nicht hören, wenn wir einen Ausbruch wie in Greiz oder zwei Hochhäusern in Grevenbroich haben.“

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Bundeswirtschaftsminister denkt über Rettungsfond nach

Am Montag schlug Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) Hilfen für Restaurants in der Corona-Krise vor. „Sollte es wider Erwarten noch lange dauern, bis eine volle Öffnung möglich ist, dann müssen wir bei den Hilfen auch nachlegen, dann brauchen wir so etwas wie einen Rettungsfonds auch für die Gastronomie“, sagte er am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“.

Angesichts der wieder zunehmenden Ansteckungsrate mahnte der Wirtschaftsminister zur Vorsicht bei den Öffnungen von Restaurants und Hotels: „Das werden wir entscheiden, wenn es verantwortlich ist“. (mb mit dpa)