Thüringen: Experte warnt vor Schulöffnungen jetzt davor – „Zu häufige Nutzung...“

In Thüringen öffnen die ersten Schulen seit der Corona-Pandemie Fließend Wasser, Seife, Desinfektionsmittel sind jetzt überall Pflicht! Doch eben da sehen Experten jetzt ein Problem!
In Thüringen öffnen die ersten Schulen seit der Corona-Pandemie Fließend Wasser, Seife, Desinfektionsmittel sind jetzt überall Pflicht! Doch eben da sehen Experten jetzt ein Problem!
Foto: dpa

Thüringen/Erfurt. In Thüringen haben die ersten Schulen seit der Corona-Pandemie jetzt wieder vorsichtig ihre Pforten geöffnet – unter strengen Hygienevorschriften. Fließend Wasser, Seife, Desinfektionsmittel – das Händewaschen steht ganz oben auf der Liste! Doch eben da sehen Experten jetzt ein Problem!

Seit dieser Woche kehren die ersten Schüler wieder zurück in die Klassenräume. Voraussetzung dafür waren individuelle Hygienepläne, die die Schulen nach Vorgaben des Thüringens Kultusministeriums umsetzen mussten.

Schulen in Thüringen öffnen: Doch es gibt ein Problem

Dass der Hygiene nun so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, begrüßen Ärzte und Experten. Jedoch würde im Hygiene-Konzept vor allem eines bislang völlig vernachlässigt. Und das könnte schwerwiegende Folgen haben.

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Darauf verweist etwa der Chefarzt der Klinik für Hautkrankheiten und Allergologie im Helios Klinikum Erfurt.

„Eine zu häufige Nutzung von Seifen und Desinfektionsmitteln kann die natürliche Hautflora beschädigen. Allergische Hautreaktionen, starke Hautaustrocknung und sogar Ekzeme können die Folge sein“, so der Experte. Dermatologen verzeichnen bereits jetzt schon unter Kindern und Jugendlichen eine Vielzahl von allergischen Erkrankungen oder die Anlage dazu, was mit einem erhöhten Risiko für Handekzeme einhergeht.

Hygiene in Schulen in Thüringen: Das empfehlen die Experten

Prof. Herbst verweist daher auf die jüngsten Empfehlungen der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, die die Hygienepläne des Kultusministeriums ergänzen.

Denn fest steht: Am gründlichen Händewaschen führt zu Corona-Zeiten kein Weg vorbei.

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5 Empfehlungen für Schulen in Thüringen

Für die richtige Pflege von Haut und Händen empfehlen die Experten daher:

  1. Lieber Desinfektion als Seifenwasser
    Sofern die Hände nicht verschmutzt sind, sei laut der Mediziner Desinfektionsmittel die erste Wahl! Seife greife die Schutzbarriere der Haut stärker an als Desinfektionsmittel, wodurch Keime leichter eindringen können.
  2. Mehr Desinfektionsmittelspender
    Desinfektionsmittelspender sollten nicht nur in Waschräumen, sondern auch in Klassenzimmern und Gängen angebracht werden.
    „Eine Infektionsprophylaxe muss auch an Orten zu ermöglicht werden, wo keine Waschbecken vorhanden sind.“
  3. Eincremen!
    Nach jedem Waschen und jeder Desinfektion sollte die Haut eingecremt werden. Um die Hautbarriere zu stärken, eignen sich Cremes mit Hyaluronsäure, Glyzerin, Urea oder Dexpanthenol. Schulen sollten entsprechende Spender aufstellen.
  4. Waschen, Abtrocknen, Desinfizieren, Eincremen – wiederholte Demonstration
    Damit die Pflege wirksam sind, muss sie korrekt erfolgen. Schülern sollte die richtige Vorgehensweise regelmäßig demonstriert werden.
  5. Hautreizung? Ab zum Arzt!
    Schüler und Eltern sollten darauf hingewiesen werden, dass sich Schüler beim Auftreten von Hautschäden durch die intensivierte Handhygiene bei einem Hautarzt vorstellen sollten. Da Schüler gesetzlich unfallversichert sind, kann über einen Hautarztbericht an die Unfallversicherung eine individuelle Versorgung mit Hautschutzpräparaten ermöglicht werden.

(aj)