Erfurt: Seniorin mit Spaten fast tot geschlagen – das könnte den Täter nun überführen

In Erfurt hat sich eine schreckliche Tat ergeignet. Jetzt soll der Beschuldigte Verantwortung übernehmen. (Symbolbild)
In Erfurt hat sich eine schreckliche Tat ergeignet. Jetzt soll der Beschuldigte Verantwortung übernehmen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Michael Weber

Erfurt. Diese Tat hat Erfurt erschüttert!

Ein Mann bricht in das Haus einer alten Dame ein. Als er bemerkt, dass die Frau zuhause ist, greift er zum Spaten und schlägt sie fast tot – und das alles für eine Perlenkette. So liest es sich zumindest in der Anklage.

Was an dem Juni-Abend 2019 passierte, muss nun das Gericht in Erfurt klären.

Erfurt: Mann bricht in Haus ein – es endet brutal!

Aus Habgier, heimtückisch und um eine andere Straftat zu verdecken, soll ein Mann in Erfurt eine heute 90 Jahre alte Frau mit einem Gartenspaten lebensbedrohlich verletzt. Das ergibt sich aus der Anklage gegen den Mann, die am Donnerstag vor dem Landgericht Erfurt verlesen wurde.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem inzwischen 42-Jährigen unter anderem versuchten Mord vor, legt ihm aber auch eine Reihe von Wohnungseinbrüchen zur Last. Der Angeklagte gab zu Verhandlungsbeginn an, sich einlassen zu wollen.

Prozess um fast tödlichen Einbruch – 90-Jährige soll gehört werden

Indizien sprechen laut Staatsanwaltschaft dafür, dass der Deutsche an einem Abend Ende Juni vergangenen Jahres auf Suche nach Beute in das Haus einer damals 89-jährigen Frau eingedrungen sei und die Frau mit einem Spaten niedergeschlagen habe. Ihr Schwiegersohn habe sie etwa sechs Stunden später am nächsten Morgen gefunden und einen Notarzt alarmiert.

Mann soll Tod in Kauf genommen haben

Nur einem atypischen Verletzungsverlauf sei es zu verdanken, dass überhaupt noch eine Notoperation die Frau habe retten können, hieß es. Die Kopfverletzungen seien potenziell lebensbedrohlich gewesen.

Handy-Daten sollen bei Aufklärung helfen

Der Mann nahm laut Anklage den Tod der Frau zumindest billigend in Kauf. Auch die Auswertung von Telefonstandortdaten soll helfen, die Schuld des Mannes zu beweisen.

Bei dem Einbruch bei der Frau soll der damals 41-jährige Angeklagte den Vorwürfen zufolge lediglich eine Schatulle mit einer Bernstein- und einer Perlenkette mitgenommen haben. Die Schatulle und die Bernsteinkette seien noch im Außenbereich des Hauses gefunden worden.

Die Perlenkette sei nach wie vor verschwunden, so der Staatsanwalt.

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Beschuldigter gesteht – aber nicht das Wesentliche!

Der Mann habe zwar noch vor Beginn der Verhandlungen drei Einbrüche zugegeben, die Attacke auf die Frau habe er laut Staatsanwaltschaft aber nicht eingeräumt.

Die Ermittler kamen dem Angeklagten durch DNA-Nachweise an den Tatorten auf die Spur und weil ein Familienmitglied sich meldete und angab, dass der Mann für Einbrüche verantwortlich sein könnte.

Einbrecher auf ungewöhnlichem Beutezug

Laut Anklage soll der Mann aus mehreren Wohnungen und Häusern in Erfurt Wertgegenstände und Bargeld gestohlen haben. In einigen Fällen soll er neben Schmuck und Elektrogeräten aber auch eher ungewöhnliche Beute gemacht haben:

So habe er etwa auch Würste und Spielzeug gestohlen. Der Gesamtwert der Beute soll sich auf mehr als 33.000 Euro belaufen.

Opfer soll angehört werden

Die an dem Juniabend verletzte 90-Jährige soll, soweit es ihr Gesundheitszustand zulässt, zu einem späteren Zeitpunkt im Prozess vor Gericht gehört werden. Die Verhandlung soll am 15. Mai fortgesetzt werden. Dann sollen eine Zeugin und ein Polizist vernommen werden. (dpa, aj)