Bodo Ramelow findet Zettel beim Gassigehen und ist wütend: „Der Hund hat zum Glück nicht daran geschnüffelt“

Thüringen: Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat sich bei Facebook Luft verschafft. (Archivbild)
Thüringen: Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat sich bei Facebook Luft verschafft. (Archivbild)
Foto: imago images / pictureteam

Erfurt. Ministerpräsident Bodo Ramelow hat eigentlich nur mit seinem Hund Attila Gassi gehen wollen – doch stattdessen verhagelte ein ominöser Zettel Bodo Ramelow gewaltig die Laune.

Seinem Ärger macht der Politiker bei Facebook Luft.

Bodo Ramelow ärgert sich über Flugblatt

„Heute Morgen beim Gassigang mit Attila auf der Straße vor unserer Wohnung gefunden. Der Hund hat zum Glück nicht daran geschnüffelt“, schreibt Bodo Ramelow auf seiner Facebookseite.

Der Ministerpräsident hatte beim Spazierengehen am Donnerstag offenbar ein Flugblatt gefunden, auf dem die Corona-Maßnahmen, die die Regierung verordnet hatte, scharf kritisiert werden.

Dort heißt es: „Ja, es gibt Corona! Aber wie wir damit umgehen, ist der falsche Weg [...] Wollen/Sollen wir uns ein Leben lang hinter unwürdigen Masken verstecken?“

So geht es fast eine ganze DIN-A4-Seite weiter: Kritisiert werden das Kontaktverbot, das Besuchsverbot in Pflegeheimen und Krankenhäusern, die Schul- und Kita-Schließungen, die geschlossenen Kirchen – „Wir müssen aufhören zu glauben, dass VONEINANDERABSTANDHALTEN uns vor Corona schützt“, so die Meinung des Zettelschreibers.

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So wird das Corona-Virus übertragen: (* Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

  • Das neuartige Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.
  • Der Hauptübertragungsweg in der Bevölkerung scheint die Tröpfcheninfektion zu sein.
  • Diese Übertragung kann direkt von Mensch zu Mensch erfolgen, wenn virushaltige Tröpfchen an die Schleimhäute der Nase, des Mundes und ggf. des Auges gelangen.
  • Das Virus wird vor allem bei direktem Kontakt durch Tröpfcheninfektion übertragen, zum Beispiel im Gespräch oder wenn eine infizierte Person hustet oder niest. Deshalb sollte man mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen halten.
  • Eine Übertragung über Aerosole (in der Luft schwebende Tröpfchenkerne kleiner als 5 Mikrometer) im normalen gesellschaftlichen Umgang ist bisherigen Untersuchungen zufolge nicht wahrscheinlich. Dies kann zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht abschließend beurteilt werden.

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„Gift für das menschliche Gehirn“

Bodo Ramelow scheint jedenfalls anderer Meinung zu sein als der Absender. „Ich weiß wirklich nicht, ob dieses Gift für Hunde gefährlich ist. Aber für das menschliche Gehirn offenbar schon“, schreibt er bei Facebook.

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„Diesen Brief muss man auch von zwei Seiten sehen“, meint ein Kommentator. „Es gibt Menschen die kommen noch mit den Zuständen zurecht. Doch gibt es aber auch viele die nicht damit zurecht kommen aus vielen Gründen. [...] Allen gerecht werden, kann keiner. Das war auch schon vor der Krise so.“

Alle Entwicklungen, Maßnahmen und Lockerungen zur Corona-Krise liest du hier: Corona aktuell in Thüringen!