Erfurt trägt Gold: Deshalb werden Fassaden und Fenster in der Stadt geschmückt

Erfurt: Mehrere Häuser in der Stadt sind am Freitag und am Samstag mit Goldfolien geschmückt.
Erfurt: Mehrere Häuser in der Stadt sind am Freitag und am Samstag mit Goldfolien geschmückt.
Foto: Marcus Scheidel / MAS BILDAGENTUR

Erfurt. Am Freitag und Samstag erstrahlt Erfurt in goldenem Glanz. Fenster und Hausfassaden werden mit Goldfolien geschmückt und werden zum absoluten Blickfang im Stadtbild.

Doch was steckt dahinter? Schließlich ist Erfurt hierbei kein Alleingänger – bundesweit nehmen mehrere Städte an den „Glänzenden Aktionstagen“ teil.

Erfurt erinnert an Ende des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren

Unter dem Motto „Gold statt Braun“ wird mit den golden leuchtenden Häusern an die Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus erinnert. Der Freitag markiert den 75. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkrieges. Am 8. Mai 1945 hatte Hitlers Wehrmacht bedingungslos vor den Alliierten kapituliert. Insgesamt kamen schätzungsweise mehr als 60 Millionen Menschen im Krieg ums Leben. Darunter waren auch etwa 6 Millionen europäische Juden, die die Nationalsozialisten in ihrem Rassenwahn ermordeten.

Bundesaußenminister Heiko Maas den 8. Mai 1945 als „großen Einschnitt für die Welt“ gewürdigt. Es sei „ein Tag, der die Weltgeschichte maßgeblich verändert hat“, sagte der SPD-Politiker am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. Zurückhaltend äußerte er sich jedoch zu Forderungen, den 8. Mai in Deutschland zum bundesweiten Feiertag zu machen. „Wichtig ist, dass dieser Tag in seiner Einordnung auch in Deutschland richtig bewertet wird. Als Tag der Befreiung. Als Tag, den man tatsächlich feiern kann. Und der uns daran erinnert, was wir an Leid über die Welt gebracht haben und welche Verantwortung sich für uns alle heute daraus ergibt.“

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Viele Staaten gedenken dem Kriegsende

Auch in anderen Staaten wird am 75. Jahrestag des Kriegsendes gedacht. So will in Paris der französische Staatspräsident Emmanuel Macron an der Seite hoher Militärs am Freitagvormittag an einer Feier am Triumphbogen teilnehmen. Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen wird es hierbei kein Publikum geben.

In London will Queen Elizabeth II. am späten Abend gegen 22.00 Uhr eine Fernsehansprache halten – genau 75 Jahre nach der Ansprache ihres Vaters, König George VI., im Radio.

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In Moskau sind die Planungen ebenfalls der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Kremlchef Wladimir Putin wollte den Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland eigentlich mit Staats- und Regierungschefs aus aller Welt groß feiern. Die geplante Militärparade wurde jedoch verschoben. Die Sowjetunion zählte im Zweiten Weltkrieg 27 Millionen Tote - mehr als jedes andere Land. (at, mit dpa)