Thüringen: Abgeordnete brechen bewusst die Regeln – das steckt dahinter!

Protest im Thüringer Landtag in Erfurt. Hintergrund ist die tödliche Polizeigewalt in den USA.
Protest im Thüringer Landtag in Erfurt. Hintergrund ist die tödliche Polizeigewalt in den USA.
Foto: Martin Schutt/dpa

Erfurt. Das war ein deutliches Zeichen! Abgeordnete von Linke, SPD und Grünen haben im Landtag von Thüringen mit bedruckten T-Shirts gegen Rassismus protestiert – und des getöteten Afroamerikaners George Floyd gedacht.

Anstatt sich nach der Eröffnung der Sondersitzung am Freitag hinzusetzen, blieben die Politiker stehen – viele von ihnen trugen dabei schwarze T-Shirts, auf denen der Schriftzug „Rassismus tötet“ gedruckt war.

Thüringen: Protest im Landtag in Erfurt - Gedenken an George Floyd

Einige trugen zusätzlich eine schwarze Maske mit dem gleichen Aufdruck, andere wie Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) trugen nur die Maske.

+++ Tod von George Floyd: Autopsiebericht veröffentlicht - neue Informationen über den Polizisten +++

Schwarze seien nicht nur in den USA systematischer Benachteiligung ausgesetzt, hiße es von den Fraktionen der Linken, der SPD und den Grünen.

Auch Deutschland habe in den vergangenen Jahren die tödlichen Folgen von Ausgrenzung, Hetze, Diskriminierung und Rassismus erleben müssen.

„Von Mölln über Solingen bis Halle und Hanau. Rassismus tötet. Dazu darf man nicht schweigen. Dagegen muss man aufstehen. Auch wenn das manchmal bedeutet, gegen Regeln zu verstoßen. Wir sagen dies im allergrößten Respekt vor der Präsidentin dieses Landtags, deren Aufgabe es ist, diese Regeln durchzusetzen“, so die Abgeordneten weiter.

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Nach wenigen Minuten begann die Sitzung dann aber. Der Thüringer Landtag soll am Freitag über ein Hilfspaket entscheiden, mit dem die Folgen der Corona-Krise abgemildert werden sollen.

Nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd während eines Polizeieinsatzes gehen seit Tagen in den USA Tausende Menschen auf die Straßen, um für ein Ende von Polizeigewalt, Rassismus und Ungleichheit zu demonstrieren. Auch in Deutschland gab und gibt es Proteste, darunter auch in Jena. (dpa/ck)