Anger Erfurt: Einer der gefährlichsten Plätze in Thüringen? Jetzt wird DIESE Forderung laut

Der Anger gilt als gefährlichster Ort in Erfurt. Deshalb fordern einige jetzt, dass... (Symbolbild)
Der Anger gilt als gefährlichster Ort in Erfurt. Deshalb fordern einige jetzt, dass... (Symbolbild)
Foto: imago

Erfurt. Die Polizei und das Innenministerium Thüringen haben den Anger in Erfurt als einen der gefährlichsten Orte in Thüringen eingestuft. Der Grund: Dort würden vergleichsweise viele Straftaten passieren.

Um die Sicherheit auf dem Anger in Erfurt zu erhöhen, wird vor allem eine Forderung jetzt laut.

Erfurt: Kriminalität auf dem Anger – viele fordern jetzt DAS

Dem Innenministerium zufolge haben sich 2019 etwa fünf Prozent der von der Polizei in Erfurt registrierten Straftaten auf dem Anger ereignet – das entspreche etwa einem Prozent der Delikte landesweit.

Im Stadtrat Erfurt wird deshalb heftig diskutiert: Sollte es auf dem Anger nun Videoüberwachung geben?

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Das ist der Anger:

  • zentraler Platz zwischen Dom und Hauptbahnhof
  • traditionsreicher Handelsplatz der Erfurter Färber
  • auch heute noch Hauptgeschäftsstraße Erfurts
  • wird 1196 erstmals erwähnt
  • der Begriff Anger bezeichnet ein meist grasbewachsenes Land oder einen Dorfplatz, der von allen Bewohnern der Stadt oder des Dorfes genutzt werden konnte

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Die CDU ist dafür. Stadträtin Kristina Vogel sagt: „Es geht nicht darum, die Bevölkerung zu überwachen, sondern die Strafverfolgung zu unterstützen“. Das sei mithilfe von Videoaufnahmen vermeintlicher leichter. „Selbst wenn wir nur das subjektive Sicherheitsempfinden der Leute stärken würden, wäre einigen bereits geholfen.“

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Die Grünen sind dagegen. „Gerade der Erfurter Anger ist sehr sicher, aufgrund einer hohen Aufenthaltsqualität und hohen sozialen Kontrolle“, meint Stadtrat Dirk Adams. Videoüberwachung würde die Kriminalität nur an andere Orte verlagern.

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Andere Städte als Vorbild

In Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) gibt es seit einem Jahr Videoüberwachung am Marienplatz. Der Polizeisprecher Steffen Salow sagte gegenüber der Bild-Zeitung: „Durch die Kamera-Überwachung können wir Straftaten verhindern, Delikte besser aufklären. Die Lage hat sich dadurch beruhigt.“

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Auch in Chemnitz (Sachsen)werden Orte in der Stadt videoüberwacht – auch hier sei das Auftreten größerer Personenansammlungen, bei denen es zu Straftaten kommt, deutlich zurückgegangen.

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Ob nun auch der Anger in Erfurt mit Kameras ausgestattet wird, bleibt abzuwarten. Bisher scheiterte es an den Mehrheitsverhältnissen im Erfurter Rathaus. (fno)