Erfurt: Tornado gesichtet! Wetter-Experten haben ihre Zweifel

Ein Erfurter hatte den Tornado südlich der Stadt im Bild festgehalten.
Ein Erfurter hatte den Tornado südlich der Stadt im Bild festgehalten.
Foto: Tobias Schramm

Erfurt. Einen Tornado in der eigenen Stadt sehen: Genau das hätte sich ein Mann aus Erfurt nicht träumen lassen. Doch genau diese Wetterphänomen hat er am Montagmittag beobachtet.

Südlich von Erfurt hatte sich ein kleiner Wirbelsturm zusammengebraut, über ihm dunkle Wolken, die typische Spiralform eindeutig zu erkennen.

Doch handelt es sich dabei wirklich um einen Tornado?

Tornado bei Erfurt gesichtet

Der Deutsche Wetterdienst bestätigt vorsichtig die Sichtung, es könne sich um einen Tornado gehandelt haben. Allerdings bleiben die Experten vage. Denn Daten zum Wirbelsturm bei Erfurt gibt es nicht, nur einige Fotos von Hobbyfotografen.

Auf diesen ist der Wirbelsturm allerdings deutlich zu erkennen. Der DWD schreibt dazu auf Twitter: „Möglicher Tornado heute gegen 11.10 Uhr südlich von Erfurt.“ Und ruft dazu auf, weitere Infos, Bilder und Videos direkt an den zuständigen Torndoabeauftragten zu schicken.

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Meteorologen sind sich nicht 100 Prozent sicher

Bei kachelmannwetter.com wird vom Meteorologen Janek Zimmer der Verdacht auch zum Teil bestätigt. Er bezeichnet den Wirbelsturm als „mittelprächtige Zelle“. Doch ganz sicher ist auch er sich nicht, die Daten seien nicht ganz einwandfrei.

In Deutschland gibt es jährlich rund 30 bis 60 Tornados, die meisten von ihnen ohne weitere Gefahr. Denn im Gegensatz zum Beispiel zu den USA, wo es immer wieder zu verheerenden Wirbelstürmen kommt, wird Europa durch die Alpen gut abgeschirmt.

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Tornados in Deutschland

  • 30 bis 60 Tornados in Deutschland, zehn davon haben größere Zerstörungskraft
  • 2006 starben zwei Menschen in Hamburg wegen eines Wirbelsturms
  • durch Klimawandel steigt die Gefahr der Super-Stürme
  • seit 1970 ist die Zahl von Extremwetterlagen von durchschnittlich 10 pro Jahr auf 35 gestiegen
  • in ganz Europa gibt es jährlich circa 500 Tornados, die meisten davon in Großbritannien

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Besonders im Juli gibt es viele Tornados in Europa und auch in Deutschland. Grund dafür ist die hohe Wahrscheinlichkeit für Gewitterfronten. Dadurch schieben sich Luftmassen unterschiedlicher Feuchte und/oder Temperatur übereinander oder prallen aus verschiedenen Richtungen aufeinander.

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Dieser Effekt sorgt für Wirbelstürme

Die Gewitterwolken schieben sich durch den sogenannten Corioliseffekt spiralförmig in die Höhe, in der Mitte entsteht ein zweiter, noch schneller rotierender Wirbel. Das ist der eigentliche Tornado.

Der Mann aus Erfurt hat also mit hoher Wahrscheinlichkeit wirklich einen Tornado gesehen und im Bild festgehalten. Und das bei Erfurt, einem Ort, der nicht gerade für ihre Wirbelstürme bekannt ist. (fb)