Zoo Erfurt: Tier stirbt an seltenem Virus – Ministerium mit deutlicher Empfehlung für Tier-Besitzer in Erfurt

Eine Schnee-Eule im Zoo Erfurt hatte sich mit einem Virus infiziert und ist verstorben.
Eine Schnee-Eule im Zoo Erfurt hatte sich mit einem Virus infiziert und ist verstorben.
Foto: imago images / Karina Hessland

Erfurt. Im Zoo Erfurt ist ein Tier an einem seltenen Virus erkrankt und verstorben. Erstmals tauchte das Virus 2019 in Thüringen auf. Damals waren Pferde an dem Erreger erkrankt.

Das Thüringer Sozialministerium hat deshalb einen Rat an alle Tierbesitzer in der Region rund um Erfurt! Und auch in einer anderen Region wurde das Virus zuletzt entdeckt.

Zoo Erfurt: Schnee-Eule an Virus-Infektion gestorben

Eine Schneeeule im Zoo Erfurt hatte sich mit dem West-Nil-Virus angesteckt und war anschließend gestorben. Das teilt das Thüringer Sozialministerium am Mittwoch mit und hat eine Empfehlung für Tierbesitzer.

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Das West-Nil-Virus werde durch blutsaugende Stechmücken übertragen – Vögel stellen das eigentliche Virusreservoir dar. Besonders gefährdet seien Sperlings-, Raben- und Greifvögel, bei anderen Wildvögeln verläuft die Infektion meist symptomlos. In Thüringen wurde das West-Nil-Virus Anfang Oktober 2019 erstmals auch bei einem Pferd im Unstrut-Hainich-Kreis nachgewiesen.

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Das ist das West-Nil-Virus:

  • stammt ursprünglich aus Afrika, kommt aber weltweit auf allen Kontinenten vor
  • in Deutschland wurde das Virus erstmals 2018 bei einem Wildvogel nachgewiesen.
  • infiziert hauptsächlich Vögel, kann aber auch auf Menschen, Pferde und andere Säugetiere übergreifen
  • wird durch Stechmücken von einem Wirt zum nächsten übertragen
  • der Großteil der WNV-Infektionen bei Menschen verläuft symptomlos

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Die Übertragung auf Pferde oder Menschen sei aber eher selten, so das Ministerium. Auch gelten sowohl Pferde als auch Menschen als sogenannte „Fehlwirte“. Das heißt, das Virus vermehrt sich nicht so stark, dass sich Stechmücken beim Blut saugen von Pferd oder Mensch erneut infizieren könnten. Daher gehe von Pferden oder Menschen keine Ansteckungsgefahr aus.

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Die Mehrzahl der infizierten Pferde entwickeln, ähnlich dem Menschen, keine Symptome. Es kann aber zu deutlichen zentralnervösen Störungen aufgrund von Hirn- und Hirnhautentzündungen kommen. Hierzu zählen Stolpern, Nachhandlähmungen, Bewegungsstörungen, allgemeine Schwäche, Muskelzittern und Lähmungen bis hin zum Festliegen der Tiere. Es werden auch Appetitlosigkeit, die Unfähigkeit zu schlucken, Schwierigkeiten beim Aufstehen und Krämpfe beschrieben.

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Das Thüringer Sozialministerium empfiehlt daher allen Haltern von Pferden, die Tiere prophylaktisch gegen eine West-Nil-Virusinfektion zu impfen. In nachweislich infizierten Gebieten (momentan das Gebiet rund um Erfurt und Bad Langensalza) kann eine Insektenschutz-Behandlung der Pferde, die nächtliche Unterbringung in Ställen sowie eine Beseitigung von Mückenbrutstätten (Wasserstellen) sinnvoll sein.

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Infizieren sich Menschen, kann es zu grippeähnliche Symptomen kommen. Deshalb wird seitens des Thüringer Sozialministeriums dazu geraten, bei der Gartenarbeit oder längeren Aufenthalten im Freien ausreichend Mückenschutz aufzutragen. (fno)